Weil fairer Anbau kein süßer Traum ist

Neue Wege im Kakaoanbau

Waldenbuch, im November 2019. – Hellgrüne Kapuzenjacke, die Haare mit bunten Spangen zurückgebunden, enge Jeans, das Smartphone in der Hosentasche. Wie eine typische Plantagenarbeiterin sieht Yadira Ramírez nicht aus. Auch ihre Arbeit auf El Cacao, der Plantage des deutschen Schokoladenherstellers Ritter Sport, ist eher untypisch für den Kakaoanbau. Die 31-jährige ist in der Nacherntebehandlung tätig. Sie überwacht mittels moderner Technik die Dauer der Fermentation und die  Temperatur bei der Trocknung der Kakaobohnen. Weil diese Aufgabe anspruchsvoller und der Lohn damit besser ist, hat Yadira ihren alten Job in der Hauptstadt Managua  aufgegeben. Ein Schritt, den sie nicht bereut hat.

 

Den Mut, neue Wege zu gehen, teilt Yadira mit ihrem Arbeitgeber. Mit der Entscheidung, selbst in den Kakaoanbau einzusteigen, hat das Familienunternehmen buchstäblich Neuland betreten und verfolgt dabei ein ehrgeiziges Ziel: El Cacao soll zeigen, dass es möglich ist, Kakao unter sozial wie ökologisch guten Bedingungen und zu dennoch wettbewerbsfähigen Preisen anzubauen.

Qualifizierung bedeutet für Yadira Ramírez, sich beruflich weiterentwickeln zu können

El Cacao – eine Plantage mit Modellcharakter
Die Ritter Sport Plantage im Südosten Nicaraguas, etwa 300 Kilometer von der Hauptstadt Managua entfernt, unterscheidet sich in vielen Punkten von anderen. Mit
einer Gesamtfläche von 2.500 Hektar gilt El Cacao als eine der größten zusammenhängen Kakaoplantagen der Welt. Allerdings wird nur knapp die Hälfte (1.200 Hektar) für den Kakaoanbau genutzt. Weitere 1.200 Hektar bestehen aus Wald- und Feuchtgebieten, die zum Schutz der Artenvielfalt auch in Zukunft unangetastet bleiben. Auch beim Anbau selbst, spielt Biodiversität eine wichtige Rolle. Auf El Cacao baut Ritter Sport Kakao im Agroforstsystem an, einer Mischkultur und ökologisch sinnvollen Alternative zu herkömmlichen Anbaumethoden.

Die Ritter Sport Plantage El Cacao setzt neue soziale und ökologische Maßstäbe im Kakaoanbau

Kakaoanbau im Agroforstsystem – die Mischung macht’s
Zwischen dem Kakao werden heimische Sträucher und große Bäume verschiedener Arten wie Mahagoni und Teak gepflanzt. Sie dienen als Schattenspender und Windschutz für den Kakao und tragen zur Verbesserung der Bodenqualität bei, wodurch der Bedarf an Düngemitteln reduziert wird. Gleichzeitig wird Lebensraum für eine große Vielfalt an Tieren geschaffen. So auch für nützliche Mikroorganismen, die für eine natürliche Schädlings- und Krankheitsbekämpfung wichtig sind und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verringern. Auf Herbizide will man auf El Cacao künftig sogar ganz verzichten. Damit unterscheidet sich diese Art des Anbaus ganz erheblich von klassischen Monokulturen, bei denen eine einzige Pflanzenart auf großen Flächen angebaut wird.

Volker Schuckert: Auf El Cacao trifft Nachhaltigkeit auf den Anspruch, wirtschaftlich erfolgreich zu sein

Arbeitsplatz mit Perspektive
Volker Schuckert hat viele Jahre auf Plantagen in aller Welt verbracht. Zuletzt auf einer Kaffeeplantage in Tansania. Das Fernweh habe ihn immer getrieben, verrät er, den auch mit Ende fünfzig – einem Alter, in dem andere langsam an die Rente denken – die Neugier auf andere Menschen und fremde Länder nicht loslässt. Heute arbeitet er als landwirtschaftlicher Geschäftsführer auf El Cacao und ist vor allem von der Vision begeistert, die dahinter stehe: „Hier geht es darum, eine wirklich nachhaltige Plantage aufzubauen und zwar ohne Weltverbesserer zu sein, sondern mit dem klaren Anspruch, das Ganze wirtschaftlich erfolgreich zu machen. El Cacao ist genau das, wonach ich gesucht habe.“ Nicht nur Schuckert hat auf El Cacao einen attraktiven Job gefunden. Sichere Arbeitsplätze mit fairen Löhnen und umfangreichen Sozialleistungen bietet die Ritter Sport Plantage auch den übrigen 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Qualifizierung und Mechanisierung spielen dabei eine wichtige Rolle. So muss Yadira Ramírez in der Nacherntebehandlung die Kakaobohnen nicht wie sonst üblich mühsam von Hand wenden. Das übernimmt eine Maschine, für deren Überwachung Yadira verantwortlich ist. „Indem wir unsere Mitarbeiter weiterbilden und sie fit machen für anspruchsvollere Tätigkeiten, erhalten sie die Möglichkeit, ihr Einkommen zu steigern und damit dauerhaft ihre materiellen Lebensbedingungen zu verbessern“, erklärt Volker Schuckert. Auch auf El Cacao fallen einfache Tätigkeiten an, für die Ritter Sport Einstiegslöhne bis zu 30 Prozent über dem nicaraguanischen Mindestlohn zahlt.

Kakaoanbau im Agroforstsystem – eine ökologisch sinnvolle Alternative

Zertifiziert nachhaltiger Edel-Kakao aus eigenem Anbau
Rund 1,5 Millionen Kakaobäume werden auf El Cacao wachsen. Sie alle wurden in drei großen Baumschulen auf der Plantage aufgezogen und veredelt. Seit 2018 ist El Cacao UTZ-zertifiziert und wird in diesem Jahr erstmals nachhaltig angebauten Kakao für Ritter Sport Schokolade liefern. Etwa 2025 wird der Vollertrag erreicht sein, dann wird El Cacao rund 20 bis 25 Prozent des Bedarfs an Kakaomasse von Ritter Sport decken. Neben Aufzucht und Pflege der Kakaobäume legt Ritter Sport besonderes Augenmerk auf die Nacherntebehandlung. Standardisierte und mechanisierte Verfahren bei der Trocknung und Fermentation des Kakaos sollen die gleichbleibend hohe Qualität des El Cacao Edel-Kakaos garantieren.

 

Eine Investition in die Zukunft
Die eigene Wertschöpfungskette zu verlängern, birgt immer ein gewisses Risiko. Das gilt auch für die Entscheidung von Ritter Sport im Jahr 2012, in Nicaragua brachliegendes, ehemals als Weideflächen genutztes Land zu kaufen und selbst in den Kakaoanbau einzusteigen. Das schwäbische Familienunternehmen ist jedoch überzeugt, dass die Chancen des Eigenanbaus überwiegen und man so als im internationalen Vergleich relativ kleines Unternehmen den größtmöglichen Einfluss auf die ökologischen und sozialen Bedingungen vor Ort und die Qualität des Kakaos nehmen kann. Rund dreißig Millionen Euro hat Ritter Sport inzwischen in El Cacao investiert. Eine Investition, die dem Kakaoanbau an sich zugute kommen soll. „Durch unsere eigene Plantage haben wir sehr viel über Kakao gelernt. Dieses Know-how hilft uns auch, ein kompetenter Partner zu sein für Bauern in anderen Regionen wie zum Beispiel in Ghana oder der Elfenbeinküste, wo wir über konkrete Programme den nachhaltigen Kakaoanbau fördern“, erklärt Ritter Sport Chef Andreas Ronken.

 

Über Ritter Sport
Das 1912 gegründete Familienunternehmen mit seiner Marke Ritter Sport beschäftigt heute rund 1.550 Mitarbeiter und erzielte 2018 einen Umsatz von 489 Millionen Euro. Als erster und bislang einziger großer Tafelschokoladenhersteller bezieht die Alfred Ritter GmbH & Co. KG für das gesamte Sortiment ausschließlich zertifiziert nachhaltigen Kakao. Vom einzigen Werk im schwäbischen Waldenbuch werden die bunten Quadrate in über 100 Länder weltweit exportiert.


Kontakt
Alfred Ritter GmbH & Co.KG
Petra Fix
Alfred-Ritter-Straße 25
71111 Waldenbuch
Tel.: +49 (0)7157 – 97-1673
E-Mail: [email protected]


NIERAGDENKOMMUNIKATION
Marc Alexander Nieragden
Eimsbütteler Chaussee 81
20259 Hamburg
Tel.: +49 (0)40 – 8797 69 68
E-Mail: [email protected]

 

Artikel teilen

close

Einwilligung zur Datenverarbeitung

Für einen optimalen Ablauf verwendet diese Website Cookies. Auf Wunsch können Sie diese unter Datenschutzbestimmungen jederzeit deaktivieren.
Um die Nutzung unserer Webseite zu analysieren und unser Angebot zu verbessern, setzen wir Technologien ein, die das Nutzungsverhalten in pseudonymisierter Form erfassen. Durch Ihre Zustimmung unterstützen Sie uns bei der weiteren Gestaltung unseres Webangebots.
Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen.
Näheres erfahren Sie in unserer Datenschutzbestimmung

RITTER-SPORT.de teilen

close