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Partnerschaft in stürmischen Zeiten

Partnerschaft in stürmischen Zeiten

Liebe Blogleser,

kurz vor Jahresende komme ich noch mit einem sehr ernsten Thema: Wie ihr vielleicht gelesen oder gehört habt, ist Nicaragua im November kurz nacheinander von gleich von zwei Hurrikanen, nämlich Eta und Iota, heimgesucht worden. Meine Kollegin Elizabeth war inzwischen in den am stärksten betroffenen Regionen im Nordosten unterwegs, um unsere Partner dort zu treffen und sich selbst ein Bild von den Schäden zu machen.

Im Rahmen unseres Cacao-Nica Programms arbeiten wir mit rund 4.000 Bauern in Nicaragua zusammen. Eine wichtige Anbauregion für Kakao ist der Nordosten Nicaraguas. Ausgerechnet dort sind die beiden Hurrikane auf Land getroffen und haben erhebliche Schäden verursacht. Elizabeth hat mir berichtet, dass zum Teil bis zu 75 Prozent der Anbauflächen schwer beschädigt sind. Zum Cacao-Nica Programm gehört der Anbau von Kakao im Agroforstsystem, bei dem – wie auch auf unserer Farm El Cacao – zwischen dem Kakao andere heimische Baumarten, vor allem als Schattenbäume gepflanzt werden. Gerade diese Schattenbäume sind von den Hurrikanen stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Wahrscheinlich aber haben gerade die Schattenbäume sogar Schlimmeres verhindert, weil sie Angriffsfläche für den Sturm geboten und so die Kakaobäume, das eigentliche „Kapital“ der Bauern, geschützt haben. 

Elizabeth und ihr Team stellen den Bauern jetzt dringend benötigtes Gerät zur Verfügung, um die entwurzelten Bäume und abgebrochenen Äste aus den Kakaoanbauflächen zu entfernen, damit sich die Kakaobäume möglichst schnell wieder erholen können. Da, wo Kakaobäume ersetzt werden müssen, werden wir unsere Cacao-Nica Partner mit neuem Pflanzmaterial unterstützen. 

Neben den Kakaoplantagen selbst sind leider auch viele Häuser und gemeinsam genutzte Einrichtungen der Kooperativen wie zum Beispiel Trocknungstunnel beschädigt. Um hier schnelle Hilfe anbieten zu können, schütten wir einen Infrastrukturbonus in Höhe von rund 83.000 USD noch in diesem Jahr und damit früher als üblich aus. Damit sorgen wir unbürokratisch für Liquidität und helfen so, die schlimmsten Schäden schnell zu beseitigen. Dieser Bonus ist Teil unseres Cacao-Nica Programms und dient dazu, vor allem die zentralen Aufgaben der Kooperativen zu unterstützen.

Unsere eigene Kakao-Farm El Cacao liegt übrigens um einiges südlicher und ist daher vergleichsweise wenig in Mitleidenschaft gezogen. Auch bei uns sind zwar einige Bäume beschädigt, insgesamt halten sich die Schäden dort aber in Grenzen.

In den über 30 Jahren, die wir inzwischen in Nicaragua aktiv sind, ist Ritter Sport zu einem festen Bestandteil der dortigen Kakaobranche geworden. Uns ist es wichtig, dass unsere Freunde vor Ort wissen, wir sind auch in schwierigen Zeiten ein verlässlicher Partner. Dafür stehen Elizabeth und ihr Team. Und dafür wünsche ich ihnen auch in Zukunft viel Erfolg.

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