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Ein Lieferkettengesetz ist alternativlos

Ein Lieferkettengesetz ist alternativlo...

Liebe Blogleser,

wie ihr vielleicht mitbekommen habt, plant die Bundesregierung ein sogenanntes Lieferkettengesetz. Dabei geht es darum, Unternehmen für die Achtung der Menschenrechte und der Umwelt entlang ihrer Lieferketten in die Pflicht zu nehmen. Während es vor allem seitens einiger Wirtschaftsverbände erhebliche Widerstände gegen das Vorhaben gibt, haben wir von Ritter Sport und 41 weitere Unternehmen uns bereits vor einem halben Jahr ausdrücklich für ein solches Gesetz ausgesprochen.

Ihr kennt unseren Anspruch, im Einklang mit Mensch und Natur zu wirtschaften. So steht es auch in unserem Unternehmensleitbild – und das nicht erst seit eine gesetzliche Regelung diskutiert wird. Weil wir das aus Überzeugung tun, arbeiten wir schon seit 30 Jahren eng mit Kakaobauern und ihren Kooperativen in Nicaragua zusammen. Um den nachhaltigen Kakaoanbau zu fördern, den Bauern über bessere Kakaoqualitäten und Produktivitätssteigerungen ein höheres Einkommen zu ermöglichen und um mehr Transparenz entlang unserer Lieferkette zu schaffen. Wir wissen also, dass sich diese Anstrengungen für eine faire und wertschätzende Zusammenarbeit für alle Beteiligten lohnen. 

So wie wir gehen auch schon einige andere Unternehmen vor. Doch die Erfahrung zeigt, dass nicht alle Unternehmen diese Verantwortung gleichermaßen wahrnehmen. Eine gesetzliche Regelung kann hier zu gleichen Wettbewerbsbedingungen für alle Unternehmen beitragen und dazu führen, dass sich keiner ohne Konsequenzen seiner Verantwortung entziehen oder Gewinne auf Kosten von Mensch und Umwelt machen kann. 

Von den Gegnern eines Lieferkettengesetztes wird immer wieder betont, dass es schwierig sei, Menschenrechts- und Umweltstandards entlang der Lieferketten zu gewährleisten. Das ist sicher richtig. Aber kann das ein Grund sein, es nicht zu tun? Wenn es zum Beispiel um die Qualität von Waren geht, gibt es längst Standards deren Einhaltung entlang der gesamten Lieferkette überprüft wird. So etwas muss doch auch für Menschenrechts- und Umweltstandards möglich sein. In vielen Lieferketten gibt es bereits die Möglichkeit, zum Beispiel über Zertifizierungsstandards einen ersten Schritt zu gehen. 

Ja, es gibt nach wie vor Missstände. Aber wir sind davon überzeugt, dass wir die beseitigen können, wenn alle mitmachen. Wenn also wirklich alle Unternehmen gleichermaßen Bedingungen an die an ihrer Lieferkette beteiligten Akteure stellen. Das wird nicht von heute auf morgen gehen, aber es ist ein Prozess, den wir endlich in Gang  setzen müssen.

Ich glaube übrigens nicht, dass es ein Wettbewerbsnachteil ist, wenn man sich als Unternehmen zur Wahrung von Menschenrechten und Umweltstandards verpflichtet. Ganz im Gegenteil. Schmeckt Schokolade nicht besser, die ich mit gutem Gewissen genießen kann?

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