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Was macht eigentlich … El Cacao?

Was macht eigentlich … El Cacao?

Liebe Blogleser,

mir ist kürzlich aufgefallen, dass ich hier schon lange nicht mehr über El Cacao – unsere eigene Kakaoplantage in Nicaragua – berichtet habe. Das mag daran liegen, dass es anders als in den ersten Jahren nicht mehr ständig spektakuläre Neuigkeiten gibt. Weil sich dort aber dennoch nach wie vor einiges tut, ist es heute mal Zeit für ein Update.

Kurz zur Erinnerung: Im Westen Nicaraguas, rund 350 Kilometer von der Hauptstadt Managua entfernt, liegt El Cacao – unsere eigene Kakaoplantage. Knapp die Hälfte der insgesamt 2.500 Hektar sind Wald- und Feuchtgebiete, die zur Förderung der Artenvielfalt von uns besonders geschützt werden, auf der anderen Hälfte wird Kakao im Agroforstsystem angebaut. Die Flächen, wo heute Kakao wächst, lagen vorher brach. Sie wurden früher einmal als Weideflächen genutzt. Wie so oft in diesen Regionen, hat die Fruchtbarkeit der Böden schnell nachgelassen, weil die Tiere den Boden festtrampeln und der starke Regen die Nährstoffe wegspült.

Um diese Brachflächen wieder aufzuforsten haben meine Kollegen auf El Cacao in drei großen Baumschulen insgesamt rund 1,5 Millionen Kakaobäume herangezogen und veredelt. Inzwischen ist die Auspflanzung abgeschlossen und eine der Baumschulen konnte ihre Tore schließen. Sie wurde zurückgebaut und die freigewordene Fläche dient nun auch dem nachhaltigen Kakaoanbau. In der zweiten Baumschule werden künftig nur noch Forstbäume und Bodendecker herangezogen. Denn auf El Cacao wird Kakao in einer speziellen Mischkultur – dem Agroforstsystem – angebaut.  Das heißt, zwischen dem Kakao werden große Bäume verschiedener Arten angepflanzt. 

Die Bäume dienen als Schattenspender, für ein gesundes Plantagenklima und als Windschutz für den Kakao. Mehrjährige Büsche schützen den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung und tragen zur Verbesserung der Bodenqualität bei. Jede einzelne Pflanze in diesem System hat eine eigene Funktion und bietet auf verschiedenen Etagen Lebensraum und Nahrung für eine große Vielfalt an Tieren. Das macht Agroforstsysteme zu einer ökologisch sinnvollen Alternative zum Anbau in Monokulturen. In der dritten Baumschule wird auch künftig Kakao zum Beispiel für Nachpflanzungen herangezogen.

Mein Kollege Volker, der als landwirtschaftlicher Geschäftsführer unsere Plantage in Nicaragua leitet, hat mir letztens berichtet, dass er für dieses Jahr mit einer Erntemenge von bis zu 500 Tonnen Kakao rechnet. Das klingt unheimlich viel, ist aber nur ein Fünftel dessen, was El Cacao langfristig liefern wird. Kakaoanbau braucht eben Zeit; ein Kakaobaum zum Beispiel ein paar Jahre bis er richtig trägt. Entsprechend wird es bis zum Vollertrag unserer Plantage wohl noch fünf weitere Jahre dauern.

Die Zeit bis dahin nutzen die Kollegen vor Ort nicht nur, indem sie den Kakaobäumen die optimale Pflege angedeihen lassen, sondern auch für ein ganz anderes Thema: die Qualität. Dazu im nächsten Beitrag mehr …

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