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Wie geht es unseren Partnern in diesen schwierigen Zeiten? Ein kurzer Lagebericht

Wie geht es unseren Partnern in diesen ...

Liebe Blogleser,

auch wenn die Lieferketten weiterhin reibungslos funktionieren, eure Versorgung mit Schokolade also sichergestellt ist 🙂, machen wir uns Gedanken, wie es unseren Partnern in den kakaoanbauenden Regionen geht. Weil ich hier so viel über dieses Thema blogge, will ich heute meine aktuellen Informationen mit euch teilen und habe mich dazu bei meinen Kolleginnen Elizabeth und Merit erkundigt, die im Austausch mit den Bauern und Erzeugerorganisationen in Nicaragua und in Westafrika stehen.

Kurz zur Erinnerung: Elizabeth ist die Leiterin unserer Ankaufs- und Trocknungsstation in Matagalpa, Nicaragua. Sie ist quasi so etwas wie das Gesicht des Cacao-Nica Programms und die Verbindung zwischen uns und unseren Partnern in Nicaragua. Merit ist als Programmmanagerin Westafrika für unsere Partnerschaften mit Bauern und Erzeugerorganisationen in der Elfenbeinküste, Ghana und Nigeria zuständig.

In diesen drei westafrikanischen Ländern liegen die offiziellen Infektionszahlen noch bei insgesamt rund 850 bestätigten Fällen (Stand 07.04.), dennoch haben die Elfenbeinküste, Ghana und Nigeria früh reagiert und bereits vor drei Wochen ihre Grenzen geschlossen. Es gibt, wie Merit mir berichtet, einen Shutdown in einigen größeren Städten oder Regionen. Außerdem wurden Versammlungsverbote erlassen und die Schulen geschlossen. 

Dass landwirtschaftlicher Anbau eher in weniger besiedelten Gebieten stattfindet, ist in dieser Situation ein Vorteil. Menschenansammlungen finden sicher nicht in dem Maße statt, wie es in großen Städten der Fall ist. Auch sind die westafrikanischen Länder aus vergangenen Krisen mit Themen wie keine Hände zu schütteln und anderen Einschränkungen noch eher vertraut, als wir das sind. Auch die Mobilität der Menschen dort ist nicht so ausgeprägt wie in den Industriestaaten. Merit hat mir berichtet, dass unsere Partner vor Ort sehr sensibel mit der Situation umgehen.

Die Erzeugerorganisationen und Kooperativen informieren und sensibilisieren die Bauern über unterschiedlichste Medien und stellen zum Beispiel an zentralen Stellen Desinfektionsmittel zur Verfügung. Kritisch zu sehen sind in dieser Situation die schlecht ausgestatteten Gesundheitssysteme und mangelnde staatliche Unterstützungsleistungen wie wir sie zum Beispiel als Krankengeld oder Arbeitslosengeld kennen. Was die ökonomischen Auswirkungen angeht, ist eine Prognose noch nicht möglich.

Von Vorteil für die wirtschaftliche Situation unserer Partner in Westafrika ist aber  definitiv, dass die große Kakaoernte bereits eingebracht ist. Nun gilt es, die Voraussetzungen für eine gute landwirtschaftliche Arbeit zu ermöglichen, um damit auch die folgende Ernte zum Jahresende sicherstellen zu können.

Etwas anders sieht die Lage in Nicaragua aus, von wo bislang nur sechs Fälle offiziell bestätigt sind (Johns Hopkins Universität, Stand 07.04.). Dort gibt es aktuell erst wenige Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Elizabeth berichtet aber davon, dass vor allem die Unsicherheit vielen Menschen zu schaffen macht. Die Kooperativen agieren hier ebenfalls als Multiplikatoren, um die Bauern für Schutzmaßnahmen wie sie für uns alle gelten, zu sensibilisieren.

In Nicaragua ist die Kakaoernte in vollem Gange, entsprechend „voll“ sei unsere Ankaufs- und Trocknungsstation, erzählt Elizabeth. Sie und ihr Team in der Station haben also alle Hände voll zu tun. Mit den Kooperativen arbeiten sie nun auch hinsichtlich der Risikominimierung einer Infektionsausbreitung zusammen. Eine Art Krisenmanagement, wie auch wir es aus Deutschland kennen.

Die Sorge um die Entwicklung der wirtschaftlichen Situation ist im Moment für viele Menschen bedrückend, auch wenn die individuellen Rahmenbedingungen in den Ländern unterschiedlich sein mögen. Für die Bauern ist es wichtig zu wissen, dass sie ihren Kakao auch künftig zu fairen Preisen verkaufen können. Für diese Verlässlichkeit arbeiten wir seit vielen Jahren daran, langfristige Partnerschaften aufzubauen – ich berichte euch ja immer wieder hier im Blog dazu. „Wir halten zusammen“ gilt für uns nicht nur jetzt, aber in diesen Zeiten sicher mehr denn je. In diesem Sinne: Bleibt gesund!

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