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Bunte Vielfalt auf El Cacao

Bunte Vielfalt auf El Cacao

Liebe Blogleser,

in der letzten Woche hat ein Thema viel öffentliche Aufmerksamkeit erhalten: die Gefährdung der Artenvielfalt. Ihr habt sicher auch vom Bericht des Weltbiodiversitätsrates gehört, demzufolge von den geschätzt rund acht Millionen Tier- und Pflanzenarten auf der Erde jede achte – also eine Million – vom Aussterben bedroht ist. Als eine Ursache dieses dramatischen Artensterbens, das auch Folgen für uns Menschen haben wird, gilt die intensive Landwirtschaft. Mit der Entscheidung, eine eigene Kakaoplantage aufzubauen, ist auch RITTER SPORT unter die Bauern gegangen, auch wir betreiben also Landwirtschaft.

In vielen Regionen Deutschlands ist es gerade wieder soweit. Strahlendgelb blühende Rapsfelder soweit das Auge reicht. Was schön anzusehen ist, hat auch seine Schattenseiten. Der Anbau in Monokulturen und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gefährden die Lebensräume vieler Tier- und Pflanzenarten. Auf der anderen Seite ist es für die Landwirte existentiell notwendig, ihre Flächen so zu bewirtschaften, dass sie möglichst ertragreich sind. Nicht nur in der aktuellen Debatte hat man den Eindruck, dass sich hier zwei Interessen unvereinbar gegenüberstehen. Auf El Cacao versuchen wir beides: ökonomisch erfolgreich und ökologisch verantwortungsvoll zugleich zu sein.

Dafür sind zwei Dinge entscheidend: Erstens die Nutzung der Flächen und zweitens die Art des Anbaus.

El Cacao ist insgesamt 2.500 Hektar groß. Wir bauen aber nur auf knapp der Hälfte (1.200 Hektar) Kakao an. Etwa 100 Hektar sind für die Infrastruktur der Plantage – also Wege, Brücken und Gebäude – nötig. Bleiben noch 1.200 Hektar übrig. Und das sind Wald- und Feuchtgebiete. Dieser Wald sieht natürlich ganz anders aus als unsere Wälder hier in Deutschland, es ist ein richtiger Dschungel mit riesigen alten Bäumen und dichtem Unterholz. El Cacao ist damit auch so etwas wie ein großes Biotop. Um das auf Dauer zu schützen, bleiben diese Bereiche auch in Zukunft unangetastet.

Der zweite wichtige Aspekt, mit dem wir auf El Cacao die Artenvielfalt schützen und fördern, ist die besondere Form des Anbaus: das Agroforstsystem. Das bedeutet, dass neben dem Kakao auch andere Baum- und Pflanzenarten angebaut werden. Dieses Nebeneinander bietet auf verschiedenen Etagen Lebensraum und Nahrung für viele unterschiedliche Tiere. Davon profitiert auch der Kakaoanbau. Die Bäume dienen nicht nur als Schattenspender, die Mischkultur fördert auch die Bodenfruchtbarkeit und die Widerstandsfähigkeit des Kakaos. So können wir den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln auf ein Minimum reduzieren und in Zukunft zum Beispiel vollständig auf Herbizide verzichten. Was sich wiederum positiv auf die Artenvielfalt auswirken wird.

Um diese Vielfalt zu dokumentieren gibt es ein eigenes Monitoringsystem. Eine erste Bestandsaufnahme durch Experten der landwirtschaftlichen Universität Nicaragua im Jahr 2014 hat ergeben, dass auf El Cacao über 220 verschiedene Tier- und Pflanzenarten leben. Eine Folgestudie im vergangenen Jahr hat das bestätigt und sogar einen leichten Zuwachs verzeichnet. Zu dieser positiven Entwicklung hat vor allem die Aufforstung der ehemals als Weideland genutzten Brachflächen beigetragen. Zu den tierischen Bewohnern unserer Kakaoplantage zählen unter anderem Brüllaffen, Faultiere, Alligatoren, viele bunte Vögel und auch etliche Insekten-, Schlangen- und Spinnenarten.

Versteht mich bitte nicht falsch, mit dieser einen Plantage werden wir natürlich das weltweite Artensterben nicht beenden. Uns geht es bei El Cacao vor allem auch darum, einen Weg aufzuzeigen, wie man es anders machen kann. Wie sich ökologische und auch soziale Verantwortung und Wirtschaftlichkeit miteinander vereinbaren lassen. Denn das entspricht unserem Unternehmensanspruch, im Einklang mit Mensch und Natur zu wirtschaften.

 

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