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Partnerschaften in der Elfenbeinküste

Partnerschaften in der Elfenbeinküste

Liebe Blogleser, vor kurzem habe ich euch hier das Unternehmen Fuchs & Hoffmann vorgestellt. Gemeinsam arbeiten wir in Westafrika daran, die Situation der Kakaobauern zu verbessern. Ein weiterer Partner in dieser Region ist das französische Familienunternehmen Cémoi. Diese Zusammenarbeit macht es möglich, den Kakao, den wir über Cémoi beziehen, bis zur Erzeugerorganisation zurückzuverfolgen. Cémoi ist seit vielen Jahren in Westafrika aktiv und kennt die Herausforderungen vor Ort sehr genau. Deshalb habe ich mich auch sehr gefreut, dass sich Joaquin Muñoz, Head of Sustainability bei Cémoi, Zeit genommen hat, mir einige Fragen zu beantworten.

Kennt sich aus mit Kakao: Joaquin Muñoz, Head of Sustainability bei Cémoi.

 

Joaquin, woher stammt der Kakao, den RITTER SPORT über Cémoi bezieht?
Von der Elfenbeinküste. Oder genauer gesagt, der Kakao wird direkt von ivorischen Bauern und Kooperativen bezogen. Die Elfenbeinküste ist bekanntlich das größte kakaoanbauende Land weltweit. Wir sind dort bereits seit vierzig Jahren aktiv. Der Kakao für RITTER SPORT ist zu 100 Prozent zertifiziert nachhaltig und rückverfolgbar.

 

Was heißt „rückverfolgbar“? Wie muss ich mir das vorstellen?
Bei Cémoi verfolgen wir den ganzheitlichen Ansatz „from bean to bar“ – also Transparenz von der Kakaobohne bis zur Tafel Schokolade. Eine Grundvoraussetzung, um das für die gesamte Supply Chain garantieren zu können, ist, den Kakao direkt bei den Kooperativen in den Ursprungsländern zu kaufen und ein System der Rückverfolgbarkeit zu implementieren, das eben bei dem einzelnen Bauern vor Ort beginnt.

 

Der Kakao ist 100 % zertifiziert nachhaltig und rückverfolgbar.

 

Wo liegen aus Ihrer Sicht die zentralen Herausforderungen im Kakaoanbau?
Der ivorische Kakaosektor sieht sich mit einer ganzen Reihe von Herausforderungen konfrontiert: Als erstes ist sicher das nach wie vor zu niedrige Einkommen vieler Kakaobauern zu nennen. Eine Ursache dafür liegt in der geringen Produktivität vieler Plantagen. Weitere sind fehlendes Know-how und kaum vorhandene agrarökonomische Unterstützung. Ebenso wie die vielerorts schlechte soziale Infrastruktur. Ökologisch ist das zentrale Thema sicherlich der Schutz der Regenwälder vor illegaler Abholzung.
Am anderen Ende der Lieferkette fehlt oftmals noch das Bewusstsein dafür, welche Bedeutung die Qualität des Kakaos für das Endprodukt hat – also die Wertschätzung des Rohstoffs Kakao. Da ist RITTER SPORT sicher eine rühmliche Ausnahme.
Trotz all dieser Herausforderungen sind wir davon überzeugt, dass wir daran etwas ändern können, indem wir auch in der Elfenbeinküste auf nachhaltigen Kakao und Rückverfolgbarkeit setzen. Gut, dass ein Unternehmen wie RITTER SPORT diesen Weg mitgeht.

 

Was muss denn Ihrer Meinung nach ganz konkret getan werden, um die Situation im Kakaoanbau zu verbessern?
Ich denke, wir brauchen vor allem auf Langfristigkeit angelegte Vereinbarungen und Verträge, Investitionen in die lokalen Gemeinschaften und die Professionalisierung der Kooperativen – kombiniert mit zusätzlichen Prämien, wie sie RITTER SPORT den Bauern zahlt. Auch Fortbildungsmaßnahmen, um Bauern und Kooperativen fit zu machen für den Kakaoanbau im 21. Jahrhundert sind überaus wichtig. Agroforstsysteme, eine Diversifikation des Anbaus, die Verbesserung der Qualität des Kakaos und schließlich höhere Einkommen aus dem Kakaoanbau sind wichtige Punkte.

 

Das gemeinsame Programm von Cémoi und RITTER SPORT: Schulungen zum Beispiel zur optimalen Fermentation helfen den Bauern, die Qualität ihres Kakaos zu verbessern und so höhere Preise dafür zu erzielen.

 

RITTER SPORT und Cémoi engagieren sich auch gemeinsam vor Ort in der Elfenbeinküste. Wie sieht das konkret aus?
RITTER SPORT kauft Kakao bei zwei Kooperativen, zu denen etwa 500 Bauernfamilien in den Regionen Kamés und Lakota gehören. Gemeinsam investieren wir vor Ort: zum Beispiel in Fortbildungsprogramme für die Bauern, um sie mit modernen Anbaumethoden vertraut zu machen, durch die sich die Bodenfruchtbarkeit verbessern und die Erträge steigern lassen. Wir stellen den Bauern auch neue Setzlinge zur Verfügung, weil der Baumbestand vieler Plantagen veraltet ist.

 

Joaquin, vielen Dank für Ihre Erklärungen. Zusammenfassend kann man also sagen, dass wir durchaus auf dem richtigen Weg sind, es aber dennoch weiterer Anstrengungen bedarf bis die Situation im Kakaoanbau gerade auch in Westafrika wirklich zufriedenstellend ist. Deshalb arbeiten meine Kollegen im Einkauf auch weiterhin intensiv daran, solche auf Langfristigkeit angelegten, persönlichen Partnerschaften mit Bauern und Kooperativen zu etablieren wie wir sie im Rahmen unseres Cacao-Nica-Programms in Nicaragua seit vielen Jahren pflegen.

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