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El Cacao: eure Fragen – meine Antworten

El Cacao: eure Fragen – meine Antwort...

Liebe Blogleser, ich habe in den letzten Wochen hier viel über unsere eigene Kakaoplantage, El Cacao, berichtet. Einige von euch haben dazu die unterschiedlichsten Fragen gestellt. Ich freue mich sehr, dass euch das Thema interessiert, denn El Cacao ist für uns als Unternehmen überaus wichtig. Sicher lassen sich nicht alle Fragen in einem einzelnen Blogbeitrag beantworten. Vieles ist dafür auch zu komplex, aber ich möchte versuchen, zumindest ein paar grundlegende Aspekte zu erklären. Was ist das Besondere an El Cacao, warum macht RITTER SPORT das überhaupt, wie geht es den Menschen, die auf El Cacao arbeiten …

 

 

Zunächst ein paar allgemeine Fakten: El Cacao liegt, wie ihr inzwischen wahrscheinlich wisst, im Westen Nicaraguas, rund 350 Kilometer von der Hauptstadt Managua entfernt. Gelegentlich wird El Cacao als „die größte zusammenhängende Kakao-Plantage der Welt“ bezeichnet. Das ist durchaus richtig. Die Gesamtfläche umfasst 2.500 Hektar, also 25 Quadratkilometer. Wäre El Cacao – wie sonst alles bei uns – quadratisch, wäre das eine Fläche von fünf mal fünf Kilometern. Allerdings wird nur auf knapp der Hälfte (rund 1.200 Hektar) Kakao angebaut. Zieht man Wege, Gebäude und ähnliches ab, bleibt etwa die gleiche Fläche, also noch einmal 1.200 Hektar, übrig. Das sind Wald- und Feuchtgebiete, wobei der Wald hier ein richtiger Dschungel mit riesigen alten Bäumen ist. El Cacao ist also auch so etwas wie ein großes Biotop. Und das schützen wir. Denn diese Bereiche bleiben auch in Zukunft unangetastet – zum Schutz der Artenvielfalt.

 

 

Eine Frage, die mir immer wieder gestellt wird, ist, was dort vorher war, ob wir vielleicht sogar Menschen von ihrem Land vertrieben haben. Landgrabbing ist tatsächlich in vielen Entwicklungsländern ein ernsthaftes Problem. Deshalb war es für uns von Anfang an wichtig, dass das Land, das wir für unsere Kakaoplantage erwerben, nicht anderweitig genutzt wird. Ich kann euch versichern, es wurde nachweislich niemand von diesem Land vertrieben. Die Flächen, wo heute El Cacao entsteht, lagen vorher brach. Sie wurden früher einmal als Weideflächen genutzt. Wie so oft in diesen Regionen, hat die Fruchtbarkeit der Böden schnell nachgelassen, weil die Tiere den Boden festtrampeln und der starke Regen die Nährstoffe wegspült.

 

 

Auch um die Menschen, die heute auf El Cacao arbeiten, machen sich viele von euch Gedanken und fragen, ob die Kollegen dort anständig bezahlt werden. Das Einstiegsgehalt für einfache Tätigkeiten auf El Cacao liegt 20 Prozent über den nicaraguanischen Mindestlohn und es gibt aktuell Überlegungen, es auf 30 Prozent anzuheben. Versteht mich bitte nicht falsch, das ist immer noch längst nicht mit dem zu vergleichen, was bei uns in Deutschland verdient wird, muss aber natürlich im Kontext der örtlichen Verhältnisse gesehen werden. Uns ist dabei übrigens noch ein anderer Punkt sehr wichtig: Ein Problem im Kakaoanbau und in vielen vergleichbaren Bereichen ist, dass sie vor allem aus geringqualifizierten Tätigkeiten bestehen. Die Qualifizierung der Arbeit ist daher ein wichtiger Aspekt, wenn es um soziale Nachhaltigkeit geht. Deshalb ist uns zum Beispiel eine Erfindung wie der Fruchtschneider so wichtig. Dadurch schaffen wir nicht nur sichere Arbeitsplätze im Sinne geringerer Verletzungsgefahr, wir bilden die Kolleginnen und Kollegen vor Ort auch weiter, so dass sie anspruchsvollere Tätigkeiten ausüben, höhere Löhne erzielen und damit dauerhaft ihre Lebensumstände verbessern können. Wie ich sind auch die Kollegen auf El Cacao Mitarbeiter von RITTER SPORT und erhalten Sozialleistungen wie zum Beispiel eine Kranken- und Rentenversicherung.

 

 

Aber warum machen wir das alles überhaupt? Auch wenn man das gerade hier bei uns in Deutschland, wo RITTER SPORT als Marke in jedem Supermarkt so präsent ist, kaum glauben kann, wir sind im internationalen Vergleich ein relativ kleines Unternehmen. Unsere Einflussmöglichkeiten auf dem weltweiten Kakaomarkt sind begrenzt. Indem wir künftig einen Teil unseres Kakaos selber anbauen, haben wir – zumindest für diesen Kakao – den größtmöglichen Einfluss auf die sozialen und ökologischen Bedingungen vor Ort und auf die Qualität des Kakaos. Auch das spielt für uns eine große Rolle. Denn wir sind sicher, nur wenn wir wirklich gute Schokolade machen, können wir unsere Position im Markt behaupten, die Unabhängigkeit des Familienunternehmens RITTER auf Dauer gewährleisten und damit letztlich auch die Arbeitsplätze hier bei uns in Deutschland sichern.

 

 

Bei allem, was wir auf El Cacao tun, geht es deshalb auch um Wirtschaftlichkeit. Wir wollen mit unserer Plantage zeigen, dass man Kakao unter sozial und ökologisch anständigen Bedingungen und zugleich zu wettbewerbsfähigen Preisen anbauen kann. Bis wir soweit sind, braucht es aber erhebliche Investitionen, die sich voraussichtlich erst auf lange Sicht rechnen werden. Das alles wäre übrigens nicht möglich, ohne eine Inhaberfamilie, die genau dazu bereit ist.

Eigentlich wollte ich in diesem Beitrag noch auf einige andere Aspekte eingehen. Was den Anbau ausmacht, wie wir mit Dünge- und Pflanzenschutzmitteln umgehen, wie unser Kakao zertifiziert wird, wer also überprüft, was wir da tun und einiges mehr. Aber ich stelle fest, das ist viel zu viel für einen Beitrag. Also verschiebe ich das auf den nächsten und freue mich bis dahin auf eure Kommentare.

1 Kommentar

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  • Simon sagt
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    Das ist irgendwie irreführend. Es wird eine Plantage vorgestellt und dann eine Tafel Schokolade gezeigt, deren Kakao von einer ganz anderen Plantage kommt. Welches Produkt von der Plantage kann ich denn kaufen?

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