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Zu Besuch auf El Cacao – ein Reisebericht von Daniel Sauter

Zu Besuch auf El Cacao – ein Reisebericht ...

Liebe Blogleser,

mit unserer eigenen Plantage El Cacao wollen wir zeigen, dass wirtschaftlicher Kakaoanbau auch unter sozial und ökologisch guten Bedingungen möglich ist. Von El Cacao soll das Signal ausgehen, dass Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit auch im Kakaoanbau keine Gegensätze sind, sondern sich vielmehr gegenseitig bedingen. Das ist natürlich nur möglich, wenn unsere Art des Anbaus von externen Experten überprüft werden kann. In erster Linie wird das die Aufgabe der Zertifizierer sein. Wir gehen aber noch einen Schritt weiter und wollen größtmögliche Transparenz. Deshalb steht El Cacao auch anderen für einen Besuch offen – das gilt für Fachleute oder NGOs genauso wie für interessierte Einzelpersonen, die sich mit dem Thema beschäftigen. Wie zum Beispiel Daniel, der Nachhaltigkeit im Kakaoanbau zum Thema seines mündlichen Abiturs gewählt und im Frühsommer El Cacao besucht hat. Ich freue mich, dass sich Daniel bereiterklärt hat, seine Erlebnisse aufzuschreiben und hier auf dem Blog zu veröffentlichen. 🙂


„Hallo liebe Blogleser, mein Name ist Daniel Sauter, ich bin 20 Jahre alt und nach meinem Abitur war ich für sechs Monate als Freiwilliger in Granada, Nicaragua, wo ich unter anderem in einer Zirkusschule gearbeitet habe. In dieser Zeit habe ich auch die Kakaoplantage von RITTER SPORT besucht.

Zirkusschule und Kakaoanbau scheint ja erstmal nicht zusammen zu passen. Aber mein Besuch auf El Cacao hat eine längere Vorgeschichte: Als ich im Jahr 2011, als 14-Jähriger, den ‚Schmutzige Schokolade‘ von Miki Mistrati über Kinderarbeit auf Kakaoplantagen gesehen habe, war ich total entsetzt. Dass Kinder unter solch extrem harten Bedingungen auf Kakaoplantagen arbeiten und deswegen nicht zur Schule gehen können, hat mich schwer beschäftigt. Daraufhin habe ich alle großen Schokoladenhersteller angeschrieben und gefragt, inwiefern sie sicherstellen können, dass auf den Kakaoplantagen, von denen sie ihren Kakao beziehen, keine Kinder beschäftigt sind. Von RITTER SPORT habe ich eine sehr umfangreiche Antwort erhalten und mich dazu entschlossen, über dieses Thema einen Vortrag in meiner Klasse zu halten.

Letztes Jahr habe ich das Thema für die mündliche Abiturprüfung in Gemeinschaftskunde aufgegriffen und in der Vorbereitung nochmals die Schokoladenhersteller angeschrieben. Petra hat mir dann viele Informationen über den heutigen Stand und den Verlauf in den letzten sechs Jahren geschickt, die ich hervorragend in meine Präsentation einarbeiten konnte. Zu dieser Zeit war ich schon an der Planung meiner Reise nach Nicaragua. Als ich dann gelesen habe, dass RITTER SPORT dort eine eigene Plantage aufbaut, war ich natürlich super neugierig und habe gleich gefragt, ob ein Besuch dort möglich ist.

Auf El Cacao angekommen, wurden wir erstmal von den Mitarbeitern zum Mittagessen empfangen.

Und auf einmal saß ich im Mai mit Markus Schmid von RITTER SPORT im Auto auf dem Weg von Managua zur Plantage. Nachdem wir, wie Ben schon beschrieben hatte, die „Schotterpiste“ hinter uns hatten, wurden wir erstmal von den Mitarbeitern zum Mittagessen empfangen. Schon auf der Fahrt hatte mir Markus viel über seine Arbeit in Nicaragua, das Cacao-Nica-Programm, RITTER SPORT in Waldenbuch und natürlich über El Cacao erzählt. Als wir dann durch das Eingangstor auf die Plantage fuhren und ich diese riesige Fläche mit den Kakaobäumen und den vielen anderen Pflanzen und Bäumen gesehen habe, war ich total überwältigt.

Ich hatte in meinen Recherchen schon einige Bilder und Videos von Kakaoplantagen gesehen, aber dann selbst dort zu sein mit dem feuchten Klima und seinen eigenen Gerüchen war atemberaubend.
Nach einer kleinen Tour zur Werkstatt, der Administration und der Trocknungsanlage habe ich mit einem Mitarbeiter zusammen auf dem Motorrad den nördlichen Teil der Plantage erkundigt. Ehrlich gesagt, hatte ich nicht erwartet so viel Flora und Fauna zu sehen und war beeindruckt von der Vielfalt an Bäumen und Tieren. Die kleineren Kakaobäume werden von großen Schattenbäumen überragt und die gesamte Anlage wird von Flüssen und undurchdringlichem Dschungel durchzogen.

Am nächsten Morgen ging es um 5.30 Uhr mit Felipe, dem Leiter der Kakaobaumaufzucht, zu den Baumschulen, wo er mir den gesamten Prozess vom richtigen Einpflanzen der Kakaobohne über die Bewässerungsanlage bis zum sogenannten Pfropfen von Hand erklärt hat. Danach habe ich mit Sergio, dem Leiter der Plantage, im Auto eine Tour über den Teil von El Cacao gemacht, den ich noch nicht gesehen hatte. Dort hat man deutlich den Unterschied zu der Landwirtschaft der Nachbarn erkennen können. Während auf der Plantage alles voller Kakaobäume, Schattenbäume und den Wald- und Feuchtgebieten war, grasten auf den von Zäunen abgetrennten Flächen Kühe auf nahezu vollständig baumlosen Wiesen.

Sergio hat mir erklärt, dass in Nicaragua viele Bauern auf Viehzucht setzen, was viele Probleme mit sich bringe. Die Hufe der Tiere verdichteten die Böden, Erosion und schnell nachlassende Fruchtbarkeit seien die Folge. Deshalb sähen sich die Bauern gezwungen, immer neue Weideflächen zu erschließen, indem sie die tropischen Wälder abholzten. Sowohl das Cacao-Nica Programm, als auch El Cacao wollten da eine sinnvolle Alternative sein. Im Übrigen sei El Cacao auf genau solchen brachliegenden, ehemaligen Weideflächen entstanden.

Am Abend wurden mir bei einem Gang durch einen Teil der Plantage zwischen den Kakaobäumen die Unterschiede der einzelnen Sorten gezeigt und anhand einer Grafik erklärt, wie wichtig die richtige Anpflanzung ist. Mir war gar nicht bewusst, dass sich durch bestimmte günstige Anpflanzungsmuster die Bäume selbst und gegenseitig bestäuben und vor Krankheiten schützen können.

Am nächsten Tag war es auch schon wieder Zeit in mein Projekt zurückzufahren. Felipe hat mir zum Abschied noch einen Sack voll getrockneter Kakaobohnen und zwei Kakaofrüchte für die Kinder in meinem Projekt gegeben, aus denen wir dann unsere eigene Schokolade gemacht haben.

El Cacao hatte mich schon während meiner Recherchen beeindruckt, aber dass ich mir dann persönlich selbst ein Bild davon machen konnte, war überwältigend. Ich bedanke mich dafür ganz herzlich bei Petra, Markus, Felipe, Sergio und Danilo sowie allen anderen bei RITTER SPORT, die meinen Besuch möglich gemacht haben.”


Vielen Dank für deinen Bericht, Daniel!

2 Kommentare

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  • Peter Mohr sagt
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    Herzlichen Glückwunsch,
    hoffentlich freuen sich auch die Ärzte und vor allem die Zahnärzte über ihr Engagement um die Gesundheit ihrer Kunden? Der Zuckeranteil in ihren Produkten ist doch ziemlich hoch und wie sie wissen trägt Zucker nachhaltig zur Verschlechterung der Zähne und der allgemeinen Gesundheit bei. Wie leicht doch ein Nachhaltigkeits-Preis zu gewinnen ist…

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    • Petra (RITTER SPORT Team) sagt
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      Hallo Peter, Schokolade ist ein Genussmittel und ja, sie enthält Zucker. Der Zuckeranteil unserer Sorten ist immer genau so hoch, wie es die Rezeptur bzw. der gewünschte Geschmack erfordern. Wie bei anderen Genussmitteln auch, gilt auch bei Schokolade, dass man sie in Maßen genießen soll. Viele Grüße, dein RITTER SPORT Team

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