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Auf dem Weg zu 100% nachhaltig zertifiziertem Kakao – eine Zwischenbilanz

Auf dem Weg zu 100% nachhaltig zertifiziertem ...

Liebe Blogleser,

seit fast einem Jahr blogge ich nun hier für euch zum Thema Nachhaltigkeit bei RITTER SPORT. Mein Schwerpunkt dabei war und ist der Kakaobezug, oder besser gesagt unser Weg zu 100 Prozent nachhaltig zertifiziertem Kakao. Heute möchte ich euch gerne berichten, wie wir in den letzten zwölf Monaten auf diesem Weg vorangekommen sind und wie es weitergeht.

Was wollen wir erreichen?

Unser Ziel ist klar: Wir wollen unseren Kakaobezug direkter und transparenter gestalten. Das heißt, wir sind dabei, unseren gesamten Kakaobezug auf nachhaltig zertifizierten Kakao umzustellen.

Warum ist uns das wichtig?

Nach wie vor sind die sozialen und ökologischen Bedingungen im Kakaoanbau häufig problematisch. Kakao wird vor allem in Ländern rund um den Äquator angebaut. Die wirtschaftliche Situation vieler Kakaobauern ist oftmals noch sehr schwierig. Daran wollen wir etwas ändern. Wir wollen, dass alle an der Wertschöpfungskette unserer Schokolade Beteiligten ein zufriedenstellendes Einkommen und sichere Arbeitsplätze haben. Und dass der Schutz der Umwelt vom Anbau der Rohstoffe bis zum fertigen Produkt gewährleistet wird.

Wie wollen wir das schaffen?

Damit „Unser Kakao“ vollständig nachhaltig wird, setzen wir auf drei Säulen: den Direktbezug, den Eigenanbau und den Einkauf von zertifiziertem Kakao.

Wie geht es beim Eigenanbau weiter?

Zu El Cacao – unserer eigenen Plantage – habe ich euch in den letzten Wochen ja einiges berichtet. Mit der kommenden Erntephase (Oktober bis März) erwarten wir die erste kleine Menge Kakao. Die wird allerdings noch nicht für die Produktion unserer Schokolade verwendet, sondern zunächst für Sensorik-Tests genutzt. Wir werden also erst einmal genau prüfen, wie unser eigener Kakao überhaupt schmeckt. Bis die RITTER SPORT Tafel, die ihr im Supermarkt kauft, Kakao von unserer Plantage enthält, wird es also noch ein bisschen dauern. Ab circa 2025 wird unsere Plantage dann voraussichtlich den Vollertrag erbringen, dann wird El Cacao etwa 25 Prozent unseres Bedarfs an Kakaomasse decken.

Wie hat sich der Direktbezug entwickelt?

Der direkte Bezug von nachhaltigem Kakao im Rahmen von Cacao-Nica hat bereits eine lange Tradition. Schließlich gibt es dieses Programm zur Förderung des nachhaltigen Kakaoanbaus seit fast 30 Jahren. Heute arbeiten wir mit über 3.500 Bauern zusammen, die jährlich bis zu 1.000 Tonnen Kakaobohnen an uns liefern. Viele dieser Bauern lassen sich zurzeit übrigens nach Fairtrade oder UTZ zertifizieren. Aber dazu demnächst mehr. Das Prinzip des Direktbezugs setzen wir inzwischen auch mit unserem französischen Partner Cémoi an der Elfenbeinküste um. Das westafrikanische Land ist eines der wichtigsten kakaoanbauenden Länder der Welt. Durch unsere Kooperation mit Cémoi können wir direkt von uns bekannten Kooperativen Kakao beziehen. Wir wissen also auch dort, wo und wie unser Kakao angebaut wird. Das ist hier besonders wichtig, weil gerade bei Westafrikakakao die Rückverfolgbarkeit häufig noch nicht gewährleistet werden kann.

Welche Rolle spielt der Einkauf von zertifiziertem Kakao?

Um unser Ziel zu erreichen, unseren gesamten Kakaobezug so schnell wie möglich auf nachhaltigen Kakao umzustellen, ist der Einkauf von zertifiziertem Kakao von zentraler Bedeutung. Als zertifiziert wird der Kakao bezeichnet, der nach bestimmten Nachhaltigkeitskriterien zum Beispiel im Umweltschutz und zu fairen Arbeitsbedingungen angebaut wird. Diese Kriterien werden von unabhängigen Organisationen wie Fairtrade oder UTZ festgelegt und regelmäßig überprüft. In den letzten Jahren ist auf dem Weltmarkt das Angebot an zertifiziertem Kakao deutlich gewachsen. Für die Bauern und Kooperativen bedeutet eine solche Zertifizierung erheblichen Aufwand – ein Thema, auf das ich demnächst noch näher eingehen werde. Wir unterstützen die Bemühungen der Bauern und Zertifizierer für mehr Nachhaltigkeit im Kakaoanbau, indem wir nachhaltig zertifizierten Kakao einkaufen. So haben wir zum Beispiel bereits Anfang des Jahres einen Vertrag mit Fairtrade geschlossen, demzufolge wir in den nächsten drei Jahren bis zu 20 Prozent des benötigten Kakaos über Fairtrade beziehen werden. Meine Kollegen im Einkauf sind ständig damit beschäftigt, weitere Bezugsquellen zu erschließen. Auch wenn das Angebot heute deutlich größer ist, als vor einigen Jahren, ist das gar nicht so einfach. Denn der Kakao, den wir verarbeiten, soll nicht nur nachhaltig sein, sondern muss auch unseren spezifischen Anforderungen an Qualität und Geschmack entsprechen. Kakao ist nämlich nicht gleich Kakao.

Wo stehen wir denn nun eigentlich?

Da sich immer mehr Marktteilnehmer um Nachhaltigkeit im Kakaoanbau bemühen und sich immer mehr Bauern zertifizieren lassen, kommen wir unserem Ziel deutlich näher. Heute sind rund 70 Prozent des Kakaos, den wir beziehen, nachhaltig zertifiziert. Die komplette Umstellung auf ausschließlich nachhaltig zertifizierten Kakao rückt also in greifbare Nähe.

Hat sich das Thema damit erledigt?

Klares Nein. Auch wenn wir schon bald zu 100 Prozent nachhaltig zertifizierten Kakao verwenden werden, wird das nur ein erster Schritt sein. Unser Ziel bleibt größtmögliche Transparenz und das geht weit über den Bezug von zertifiziertem Kakao hinaus. Langfristig werden die ersten beiden Säulen – der Eigenanbau und vor allem der Direktbezug – an Bedeutung gewinnen. Denn nur so können wir wirklich wissen, wo unser Kakao herkommt und wie er angebaut wird.

6 Kommentare

Kommentieren
  • Nora sagt
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    Hallo!
    Habe ich es richtig verstanden, dass 2016 noch 40 % des Kakaos nachhaltig zertifiziert war und nun bereits 70%?
    Und noch eine Frage: Was genau bedeutet in dem Fall jetzt nachhaltig zertifiziert und wo wird das für den Verbraucher deutlich?
    Gibt es einen Unterschied zu den Biosorten oder den veganer Sorten? UND was genau macht die Bio Schokolade zu einer Bio Schokolade?
    Fragen über Fragen, ich hoffe sehr, dass ihr sie mir beantworten könnt 🙂
    Ganz liebe Grüße

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    • Petra (RITTER SPORT Team) sagt
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      Hallo Nora,
      ja, das hast du richtig verstanden. Wir haben in den letzten Monate deutliche Fortschritte gemacht, so dass wir inzwischen nicht mehr weit von unserem Ziel entfernt sind, ausschließlich – also zu 100 Prozent – nachhaltig zertifizierten Kakao zu verwenden. Nachhaltig heißt dabei, dass zum Beispiel Kinderarbeit ausgeschlossen und soziale Standards wie eine gerechte Bezahlung für die Bauern sowie ökologische Anforderungen wie der Schutz der Regenwälder erfüllt werden. Zertifiziert bedeutet, dass der Anbau von unabhängigen Organisationen wie Fairtrade oder UTZ kontrolliert wird. Weitere Informationen zum Thema Siegel findest Du übrigens hier: https://www.ritter-sport.de/blog/2017/03/21/warum-ritter-sport-kein-fairtrade-siegel-hat-und-trotzdem-nachhaltig-arbeitet/ Für unsere veganen Sorten verwenden wir bereits ausschließlich nachhaltigen Kakao aus unserem Cacao-Nica Programm, zu dem du hier weitere Informationen findest: https://www.ritter-sport.de/blog/2016/10/19/nachhaltigen-kakao-aus-nicaragua/ Bei unseren Bio-Sorten stammen, wie gesetzlich vorgeschrieben, alle Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau, der zum Beispiel auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Mineraldünger verzichtet. Ich hoffe, ich konnte deine Fragen beantworten. Viele Grüße Petra

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      • Nora sagt
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        Super danke! Wie kann ich es denn verstehen, dass ihr “von bio zu UTZ” gegangen seid. Die Bioschokoladen sind doch nach wie vor Bio und die anderen waren doch noch nie bio? Also was ist Grundlage für die Presse, RS zu beschuldigen, sich vom Biosiegel abzukehren? Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr Licht ins Dunkel bei uns bringen würdet, da wir eine Präsentation über RS in der Uni halten. 🙂

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  • elisabeth brunner sagt
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    Meine Lieblingsschoki ,schau immer was drin ist,heute hab ich die Kokosschokolade -die ZUTATENLISTE angeschaut,jetzt ist leider auch Palmfett drin,bin schon ein wenig enttäuscht,wenn man doch immer liest wie es in den Anbauländern zugeht.Geht es wirklich nicht ohne ???

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    • Zähnchen sagt
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      Es kommt halt doch auf den Preis an, man muss
      doch sparen. Leider zu Lasten der Umwelt

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    • Gianna (RITTER SPORT Team) sagt
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      Hallo Elisabeth, schau doch einmal hier in der Rubrik “Nachhaltigkeit”. Dort gibt es einen Artikel zum Thema Palmfett, der deine Fragen beantwortet. Ansonsten melde dich gerne noch einmal bei uns! 🙂 Viele Grüße

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