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RITTER SPORT ist jetzt auch Bauer – unsere eigene Kakaoplantage

RITTER SPORT ist jetzt auch Bauer – ...

Liebe Blogleser, in meinem Beitrag „Was ist eigentlich nachhaltiger Kakao?“ habe ich euch davon berichtet, wie wir von RITTER SPORT unseren Kakaobezug direkter und transparenter gestalten wollen. Dazu setzen wir auf drei Säulen:

  • den Direktbezug
  • den Einkauf von zertifiziertem Kakao und
  • den eigenen Anbau.

Über den Direktbezug habt ihr am Beispiel unseres Cacao-Nica Programms schon einiges erfahren und auch der Bezug von zertifiziertem Kakao war kürzlich bereits ein Blog-Thema. Deshalb möchte ich mich nun der dritten Säule – unserem eigenen Kakaoanbau – zuwenden und euch El Cacao, unsere eigene Kakaoplantage, vorstellen.

Beim Bezug von nachhaltigem Kakao geht es darum, dass wir genau wissen wollen, woher der Kakao, den wir verarbeiten, stammt und wie er angebaut wird. Das ist für uns deshalb so wichtig, weil die sozialen und ökologischen Bedingungen im Kakaoanbau noch immer nicht ausnahmslos zufriedenstellend sind. Wir wollen aber sicherstellen, dass bei unserem Kakao Kinderarbeit ausgeschlossen ist und soziale Standards wie die gerechte Bezahlung der Bauern und Arbeiter sowie ökologische Anforderungen wie zum Beispiel der Schutz der Regenwälder erfüllt werden.

RITTER SPORT wird also in Zukunft nicht „nur“ Schokolade produzieren, sondern wir werden einen Teil des von uns verarbeiteten Kakaos selbst anbauen. Wir sind sozusagen, wie eine Zeitung kürzlich mal geschrieben hat, „unter die Bauern gegangen“. Der Schritt ist sicher ungewöhnlich, für uns aber durchaus logisch. Im Vergleich zu den großen internationalen Konzernen, zu denen viele unserer Wettbewerber gehören, ist RITTER SPORT ein kleines mittelständisches Familienunternehmen mit nur einer Marke. Unser Einfluss auf den weltweiten Kakaoanbau ist daher begrenzt. Indem wir zumindest einen Teil unseres Kakaos selbst anbauen, haben wir es selbst in der Hand, die ökologischen und sozialen Bedingungen zu gestalten. Außerdem haben wir so die Chance, selbst viel über den Kakaoanbau zu lernen und Erfahrungen zu machen, die wir an die Kakaobauern weitergeben können, damit auch sie ihre Anbaumethoden effizienter gestalten, ihre Erträge steigern und damit ihre Lebensumstände verbessern können.

Daher ist El Cacao in vielerlei Hinsicht eine besondere Kakaoplantage.

Von den 2.500 Hektar Gesamtfläche, wird nur knapp die Hälfte für den Kakaoanbau genutzt, die andere Hälfte besteht vor allem aus Wald- und Feuchtgebieten, die zum Schutz der Artenvielfalt erhalten bleiben. Der Anbau erfolgt wie beim Cacao-Nica Programm im Agroforstsystem, das land- und forstwirtschaftliche Methoden kombiniert. Darüber hinaus bewirtschaften wir unsere Plantage nach den Prinzipien der Integrierten Landwirtschaft, zu denen zum Beispiel Energieeffizienz, die Vermeidung klimarelevanter Emissionen, nachhaltige Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität zählen. Neben ökologischen sind es aber vor allem auch soziale Aspekte, die für den Eigenanbau sprechen: Als Arbeitgeber können wir unseren nicaraguanischen Mitarbeitern auf El Cacao sichere Arbeitsplätze mit gutem Lohn, Weiterbildungsmöglichkeiten und ärztlicher Versorgung bieten.

El Cacao wird, wenn der Vollertrag erreicht ist, nach heutiger Einschätzung rund 25 bis 30 Prozent unseres Bedarfs an Kakaomasse decken. Das wird voraussichtlich ab 2025 soweit sein. Bis dahin werden rund 13 Jahre vergangen sein, seit wir 2012 das Land erworben und die Plantage nach und nach aus dem Nichts aufgebaut haben.

Der Weg zum eigenen nachhaltigen Kakao ist lang.

Und er hat schon vor 2012 begonnen, denn dem Landerwerb vorausgegangen war eine langwierige Suche nach geeigneten Flächen. Eine wichtige Voraussetzung war, dass das Land nicht anderweitig bewirtschaftet wurde und natürlich musste es sich für den Kakaoanbau eignen. Mein Kollege Hauke, der als Leiter landwirtschaftliche Produktion für den Aufbau von El Cacao verantwortlich ist, hat mir berichtet, dass er bei seinem ersten Besuch die Landflächen noch mit dem Pferd besichtigt hat. Denn dort, wo heute El Cacao entsteht, gab es 2012 nichts: Keine befestigten Wege, von Strom oder Wasser ganz zu schweigen. El Cacao war Brachland. Wie so oft in Nicaragua waren die Flächen früher einmal für intensive Weidewirtschaft genutzt worden, als die Fruchtbarkeit der Böden nachließ, wurden die Flächen aufgegeben und lagen nun brach.

Inzwischen sind fünf Jahre vergangen und auf El Cacao ist unglaublich viel passiert. Ben aus dem Blog-Team war übrigens kürzlich vor Ort und wird euch demnächst seine Eindrücke schildern. Und ich werde euch in meinen nächsten Beiträgen einzelne Aspekte genauer erläutern und euch vor allem auch einige meiner Kollegen, die vor Ort leben und arbeiten, vorstellen.

Solltet ihr Fragen haben, dann schreibt mir einen Kommentar oder lasst mich wissen, was euch ganz besonders interessiert. 🙂

5 Kommentare

Kommentieren
  • Mirjam sagt
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    Ich finde das sehr beeindruckend, wie schnell der Aufbau funktioniert und interessant, den Gedanken fortzuspinnen und zu überlegen, welche Chancen alle noch in dem Projekt stecken.
    Gibt es denn die Möglichkeit, die Plantage zu besuchen? Da ich in El Salvador, also quasi ums Eck, lebe, kommt man immer mal in Nicaragua vorbei. Wäre spannend.

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  • Maria sagt
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    Eine tolle Sache! Ich würde gerne mehr über die Menschen erfahren, die dort arbeiten. Wie denken sie darüber? Vor allem: Was hat sich für sie verändert?
    Danke.

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    • Gianna (RITTER SPORT Team) sagt
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      Hallo Maria, in den kommenden Wochen kommen noch weitere Artikel rund um El Cacao. Wir freuen uns, dass dir das Thema so gut gefällt! 🙂 Viele Grüße

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  • Petra sagt
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    Schöner Beitrag,l.g Petra

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    • Petra sagt
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      Schade liebe Petra,alles super bei Euch,
      Aber bei soviel die Ideen die man für den Blog Sortenkreationen einreicht,wäre auch mal ein kl Dank ,oder ähnliches Super.
      Ansonsten kann man die Tafel wenig gestalten nur dir Rezepte,das ist zu wenig ,man müsste tolle Motive auch zur Verfügung haben,l,g,petra

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