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RITTER SPORT über vegane Schokolade

RITTER SPORT über vegane Schokolade

RITTER SPORT über vegane Schokolade

— UPDATE 6.12.13 —

Bei der Sorte Edel-Bitter ist bitte zu beachten, dass die zwischenzeitlich optimierte Variante der Edel-Bitter nicht mehr „fast“ vegan ist, da die neue Rezeptur Butterreinfett beinhaltet. Die „alte“ Edel-Bitter (in pinker Folie) ist nicht mehr im Handel erhältlich. Diese haben wir wegen der immer geringer werdenden Nachfrage zunächst vom Markt genommen, um sie dann mit einer optimierten Rezeptur wieder eingeführt . Dies ist auf unseren Anspruch als Schokoladenhersteller zurückzuführen, eine Sorte mit hohem Kakaoanteil im Sortiment zu haben. Die neue Edel-Bitter kommt neben der optimierten Rezeptur auch mit einer neuen kleineren Stückchengröße daher. Mehr Infos zur neuen Edel-Bitter findet ihr hier: Das Comeback der Edel-Bitter.

— UPDATE ENDE —

Vor mittlerweile gut einem halben Jahr haben wir hier auf dem Blog einen Artikel zum Thema vegane Schokolade veröffentlicht: „RITTER SPORT: Neues zur veganen Schokolade“. Und in dieser Zeit haben viele von euch (zu Recht) immer wieder nachgefragt, wie der aktuelle Stand aussieht.

Wir haben in dem oben genannten Artikel geschrieben, dass unsere Produktentwicklung weiter nach einer Lösung sucht, die zu einem Ergebnis führt, das unseren geschmacklichen Qualitätsansprüchen gerecht wird. Leider sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir sagen müssen, dass es in absehbarer Zeit keine rein vegane Schokolade von RITTER SPORT geben wird.

Warum? Das möchte ich euch im Folgenden erklären.

Zunächst einmal ist es so, dass unsere Produktentwicklung wirklich keine Lösung gefunden hat, die unseren geschmacklichen Anforderungen genügt und zudem auch noch bezahlbar ist. Es hört sich sicherlich einfacher an als es ist, eine vegane Sorte zu produzieren, aber da hängt eine ganze Menge dran. Durch die Verwendung von Soja-, Reismilchpulver oder Ähnlichem ist die Konsistenz der Schokolade leider nicht so hinzubekommen, wie wir uns das wünschen würden. Auch ist bei Einsatz von Alternativrohstoffen der Geschmack einer RITTER SPORT Schokolade nicht zu erreichen.

Der gewichtigere Grund – und da wollen wir ehrlich sein – keine garantiert vegane Schokolade auf den Markt zu bringen, ist aber ein wirtschaftlicher. Denn obwohl RITTER SPORT ein Familienunternehmen ist, welches man nicht mit großen Konzernen vergleichen kann, muss natürlich auch in Waldenbuch wirtschaftlich gedacht werden. Dementsprechend haben wir auch Marktforschungen angestellt, um die Nachfrage nach veganer Schokolade zu überblicken und mussten feststellen, dass diese für den zu treibenden Aufwand zu gering ist. Auch wenn euch das vielleicht nicht so erscheint (uns bei den vielen Nachfragen zuerst auch nicht), ist dies leider ein Fakt, den wir nicht unbeachtet lassen können. Denn RITTER SPORT muss die einzelnen Sorten in gewissen Mengen herstellen.

Zudem bringt die Herstellung einer explizit rein veganen Schokolade viele, viele Zusatzkosten mit sich. RITTER SPORT müsste aufgrund der geringen Mengen viel höhere Rohstoffpreise für eine vegane Sorte zahlen und extra eine eigene Anlage (Halle, Maschinen, etc.) für vegane Sorten bauen. Denn auf den bestehenden Anlagen werden immer verschiedene Sorten produziert und wir können selbst nach sorgfältiger Reinigung dieser nicht dafür garantieren, dass nicht unbeabsichtigt Spuren von Laktose und anderen Milchbestandteilen in die nachfolgend produzierten Schokoladen gelangen. Doch solange wir das nicht ausschließen können, würden wir auch nie „vegan“ auf eine Sorte schreiben.

Die Herstellung einer garantiert veganen Schokolade würde also immense Kosten verursachen, die wir auf den Preis der einzelnen Tafeln umlegen müssten. Dieser würde dann so hoch sein, dass nur sehr wenige diese Sorten kaufen würde. Zusammen mit der an sich schon recht geringen Nachfrage und dem geschmacklichen Anspruch, hat sich RITTER SPORT also dazu entschieden, in absehbarer Zeit keine vegane Schokolade zu produzieren.

An dieser Stelle noch mal der Hinweis zu unseren „fast“ veganen Sorten Marzipan, Halbbitter und Edel-Bitter.

Das nun viele von euch sehr enttäuscht sein werden, ist völlig klar und auch absolut nachvollziehbar. Ich hoffe aber, dass ihr die oben genannten Gründe nachvollziehen könnt und kann euch versichern, dass man sich im Hause RITTER SPORT diese Entscheidung nicht leicht gemacht hat.

Ich habe auch versucht euch die Gründe transparent aufzuzeigen. Sollten dennoch Fragen offen geblieben sein, stellt sie einfach. Wir werden weiterhin versuchen, alles so transparent wie möglich zu beantworten.

Komplett ausschließen möchten wir eine vegane Sorte natürlich auch nicht, aber wie gesagt, wird es diese in absehbarer Zeit und unter den aktuellen Gegebenheiten nicht geben.

 

Viele Grüße

Ben

 

 

50 Kommentare

Kommentieren
  • Andy Wegahn sagt
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    Finde ich gut, dass die meisten Veganer keine ‚Spuren von‘ stören. Mich stört auch kein Salatblatt an meinem Steak.

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    • Vegan Warrior sagt
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      Dass manche Omnis zu jedemScheiß einen dummen Spruch ablassen müssen ist echt ein Trauerspiel.

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  • dan sagt
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    danke für die Erläuterung.

    kann meine Vorredner nur bekräftigen:
    – Die allermeisten Veganer stören sich wirklich nicht an „Spuren von…“.
    – Sollte man auch prüfen, bestimmte vorhandene Produkte leicht umzuändern, damit diese vegan werden. So in etwa wie es Ma-Ti beschreibt. Gibt es dazu schon Bestrebungen?

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  • Miri sagt
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    Ach menno, das ist echt schade!
    Auch wenn ich die Argumentation mit den extra zu bauenden Anlagen und dem schlechteren Geschmack für vorgeschoben halte, da diese, wie die Kommentare oben belegen, leicht auszuräumen wären – wenn Ritter Sport wirklich ein Interesse daran hätte! Aber es scheint dann doch nur um den reinen Gewinn zu gehen. Aber man müsste auch den positiven Imageeffekt auf der Gewinnseite verbuchen, den eine rein pflanzliche Schokolade bedeuten würde, oder ist das RitterSport Image schon genügend durch die (leider nur) drei oder vier BIO Tafeln aufgewertet?!

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  • Sahrah sagt
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    Hallo und vielen Dank für die ausführlichen Informationen und dass ihr Euch darüber Gedanken gemacht habt.

    Im Grunde wurde schon alles gesagt, deshalb schließe ich mich nur noch einmal meinen Vorredner an:

    1) Eine 100%ige vegane Schokolade ist nicht notwendig. Solange es nur Spuren sind, stört es die Meisten nicht.
    2) Wie Ma-Ti schon sagt, ihr habt ja schon bereits Schokoladen, die durch minimale Rezepturänderungen vegan werden würden. Das wäre echt super!
    3) Auch stimme ich Signe Krapf zu, dass eine vegane Schokolade immer anders schmecken wird, als eine aus Kuchmilch. Dennoch kann sie gut schmecken. Es gibt viele vegane Schokoladen auf dem Markt, die ich lecker finde.

    Wenn ihr einfach die Rezeptur der Schokoladen, die eh schon fast vegan sind, ändert, dann würdet ihr ja über wenig Aufwand noch mehr Kunden dazugewinnen. 🙂

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  • Signe sagt
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    Schön, dass ihr euch mit dem Thema beschäftigt habt.
    Ich habe noch zwei Anmerkungen.
    1)Produkte, für die nicht extra tierische Lebensmittel verwendet wurde, die aber Spuren enthalten, weil sie in einem „nichtveganem“ Werk hergestellt wurden, werden von Veganern als vegan angesehen. Man möchte nur nicht extra eine Nachfrage schaffen. Die Spuren sind in erster Linie für Allergiker interessant, nicht für Veganer.
    2) Was den Geschmack betrifft, ist es ja ganz normal, dass vegane Schokolade nicht wie Kuhmilchschokolade schmecken kann. Ein Apfel wird nie eine Birne sein. Keine der ganzen Fleisch- oder Käsealternativen (und das ist ein wachsender Markt) schmecken nach Fleisch oder Käse, insofern wird das einen Veganer nicht stören, vor allem wenn man bedenkt, dass man nach ein paar Jahren sowieso nicht mehr so genau weiß wie das Original schmeckt ;). Für einen Nichtveganer Verkoster ist das vielleicht befremdlich. Wenn man sich mit Konkurrenzprodukten vergleicht oder vegane Verkoster fände, wäre das eventuell aufschlussreicher.
    Veganer sind in der Regel bereit mehr für Schokolade zu bezahlen, auch da kann man ja mal mit anderen veganen Schokoladen vergleichen.
    Vielen Dank und viele Grüße
    Signe Krapf

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  • Ma-Ti sagt
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    Na das mit den Maschinen erübrigt sich, wenn es nur um den Aufdruck „Vegan“ geht: Die ausdrückliche „Spuren-von-Milch“-Erklärung habt ihr doch abgegeben.
    Für Allergiker wird es wohl weiterhin schwierig sein; Aber das ist kein Hindernis, die Sorten nach rei pflanzlichem Rezept HERZUSTELLEN.
    Und nochmal:
    Die anderen zartbitteren Sorten – Pfefferminz & Dunkle-VollNuss – müssten auch nur leicht verändert werden, da sie vom Prinzip her vegane Sorten sind. Nur Schellack & Butterfett raus! 🙂

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  • Stefan sagt
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    Freue mich mal wiedEr, dass meine Lieblingsmarke Ritter Sport die Entscheidungsprozesse so transparent macht. Es ist eine wahre Freude zu lesen, dass man sich Gedanken macht und die verschiedenstem Aspekte abwägt.

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  • Kristin sagt
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    Hallo,

    ich finde es wirklich sehr lobenswert dass Ritter Sport sich überhaupt mit dem Thema beschäftigt hat und so einen Schritt in die Zukunft gehen möchte. Viele der Gründe kann ich auch sehr gut nachvollziehen. Allerdings habe ich hier 2 Kritikpunkte:

    Es wären keine neuen Anlagen nötig. 99% der Veganer würden sich mit der normalen Reinigung der Anlagen und dem Hinweis „es können Spuren von…“ zufrieden geben. Ich wüsste von keinem Betrieb wo vegane Schokolade in eigenen Anlagen produziert wird.

    Es wäre klasse wenn zumindest die Sorte „Pfefferminz“, die ja einmal bereits vegan war, wieder vegan würde. Mich persönlich würde das sehr freuen. Denn WIESO, ist nun auf einmal Butterreinfett in einer Schokolade, die vorher Jahrelang ohne aus gekommen ist?

    Ich hoffe einfach dass irgwann der Punkt kommt, an dem es „wirtschaftlich“ ist und freue mich schon jetzt darauf! Denn, der Veganismus wird weiter wachsen 🙂

    Grüße
    Kristin Merke

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  • katjanka sagt
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    Vielen Dank für diesen aufschlussreichen Kommentar.

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  • Alf sagt
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    Ich finde es gut, dass sich Ritter Sport mit dem Thema beschäftigt und wage als Noch-nicht-Veganer (aber Vegetarier mit Ambitionen) die Prognose, dass Forschung in diese Richtung kein verbranntes Budget ist, weil sich der Trend fortsetzen wird. Ich kaufe jedenfalls nur noch eine Marke, weil ich die offene und ehrliche Kommunikation von Ritter Sport sehr schätze.

    Natürlich hoffe ich trotzdem, dass eine erneute Marktanalyse in ein paar Monaten oder Jahren doch noch zur Erweiterung des Sortiments veganer Sorten führt.

    Vielen Dank!
    Alf

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    • Nina sagt
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      Überhaupt sich darüber Gedanken zu machen ist lobenswert! Dass Schokolade ohne Milch etc produziert werden kann, wusste ich gar nicht. Aber echt toll, dass Ritter Sport den Versuch gewagt hat, auch vegane Schoki zu produzieren. Dass die nicht ins Sortiment genommen wird ist zwar schade, aber begründet..

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