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Spanien - die Schokomacht
Von der Bohne zur Schokolade.

Heiß und mit Zuckerrohr, so schmeichelte sich die Schokolade zu Beginn am spanischen Königshofs und beim Adel ein. Bis zum 17. Jh. hatten die Spanier den Kakaohandel fest in der Hand und der Konsum auf Schokolade beschränkte sich auf Spanien und Portugal (von 1580 bis 1640 unter spanischer Herrschaft). Schokolade war ein spanisches Geheimnis. Englische und niederländische Freibeuter versenkten Kakaobohnen, aus Unwissenheit, was es mit denen braunen Nüssen auf sich hatte, im Meer. Aber lange blieb ihnen der Wert des Kakaos nicht verborgen und ab 1620 griffen die Freibeuter in den spanischen Kakaohandel ein.

Spanische Schokoladerezepte.

Antonio Colmenero de Ledesma, andalusischer Arzt, veröffentlichte 1631 die erste Schokoladenrezeptur in Spanien. Aus seinem Buch „Curioso tratado de la naturaleza y calidad del chocolate“ (Ein ausgefallenes Traktat über die Natur und Qualität von Schokolade) übernahm Thomas Gage das folgende Rezept:
„(…) Die insgemein gebräuchliche Proportion, nach des Antonio Colmenero Beschreibung ist diese/ daß man zu hundert Kacaokernen/ zwei Schalen voll Chile oder langen Pfeffer nimmt/ dazu eine Handvoll Anis und Orejevala (Ohrenblume), zwei Handvoll Mesachusil oder Banilla-Blumen (Vanille)/ oder an dieser statt sechs alexandrinische Rosen zu Pulver zerstossen/ zwei Quintlein Zimt/ ein dutzend Mandelkerne/ eben so viel Haselnüsse/ ein halbes Pfund weißen Zucker/ und so viel Achiotte als zur Farbe nötig ist. (…)“

Im Vergleich zu Colmeneros Schokoladenrezept ist das von Bartholomäus Marradon, der zu Beginn des 17. Jahrhundert in Spanien lebte und ebenfalls Arzt war, nahezu simpel: Kakaobohnen, Zucker, Zimt, Chilis, Gewürznelken, Anis und Achiote, das sind seine Schokozutaten.

Die Geschmäcker waren verschieden und so gab es bereits damals mehr als eine Schokoladenrezeptur.
Die Herstellung der Schokolademasse erfolgte noch in der Tradition der Azteken. Wie sie rösteten die Spanier die Kakaobohnen über dem Feuer und vermahlten diese dann auf den metatle zur Kakaomasse.

Schon gewußt?
Die Geschichte der Schokolade beginnt vor ca. 4000 Jahren. Allerdings nicht in fester, sondern in flüssiger Form. Wenn im Folgenden also von Schokolade die Rede ist, dann von Trinkschokolade. Tafeln wie wir sie heute kennen, bezeichnet man erst seit dem 19. Jahrhundert als Schokolade.

Instant- Schokolade.

Die Schokolade wurde nicht jedes Mal komplett frisch zubereitet indem Kakaobohnen gemahlen wurden etc..
Auch damals verwendete man bereits eine Art Instantschokolade. Thomas Gage berichtete über zwei Nonnenklöster in der Stadt Guacac, die berühmt für ihr Schokolade waren, die in Schachteln, also bereits fertig vermahlen und getrocknet, in großen Mengen nach Spanien geschickt wurde.

Diese Schokolade musst nur noch in Wasser aufgelöst werden. Dabei war es nötig die Schokolade kräftig mit den Wasser zu verrühren, nicht nur um den beliebten Schaum herzustellen, sondern damit sich Wasser und Schokolade gut vermischten, sonst schwamm das Kakaobutterfett oben auf dem Wasser und der Kakao setzte sich am Boden des Gefäßes ab.

Schokoladentasse mit Anti-Kleckerschutz.

Eigens zur Zubereitung der Schokolade entwickelte sich im Laufe der 17. Jh. das passende Geschirr dazu. Eine Kanne mit einem Loch im Deckel durch der molinillo (hölzerner Schneebesen) geführt wurde, vereinfachte das Aufschlagen der Schokolade. Eine Untertasse mit einem „Haltering“ – mancerina genannt, in welchem die Schokoladentasse sicher stand, sollte vor dem versehentlichen Verschütten des Kakaos bewahren.

Dufte Schokolade zu allen Tageszeiten.

Ebenso wie bei den Speisen, so wurde auch Schokolade mit Duftstoffen wie Moschus, Ambra, Lavendel oder Jasmin verfeinert, zahlreiche Gewürze hinzugefügt, ebenso wie Eier oder Milch.

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Martin Waldseemüller Karte von 1507.

Schokolade trank die obere, aristokratische- höfische spanische Gesellschaft morgens zum Frühstück, nach der Siesta, abends bei Gesellschaften und Empfängen.


Schokolade war Statussymbol, Modegetränk und stillte die Lust auf Süßes, die seit dem Mittelalter und der Entdeckung des Zuckers immer mehr um sich griff.


Auch heute noch wird das traditionelle spanische Frühstück mit einer Schokolade begonnen. Damals wie heute ist dieses Getränk sehr dickflüssig und wird mit einem Glas Wasser, gerösteten Brot oder Biskuits serviert.