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Die Maya - Schokorezepturen
Wahrlich keine Einheitsschokolade.

„Chacau haa“ so bezeichneten die Maya ihre Schokolade, zugleich aber auch heißes Wasser. Das lässt die Schlussfolgerung zu, dass die Maya ihre Schokolade am liebsten heiß tranken.

Die Schokolade schlägt Blasen.

Den Schaum auf der heißen Schokolade fanden die Maya besonders lecker. Durch das Umgießen der Schokolade, von einem Gefäß in ein anderes – aus großer Höhe – stellten sie die begehrten Bläschen her.
Die Maya bereiteten ihre Schokolade abwechslungsreich zu. Besonders beliebte Schokoladengewürze waren Vanille und die Ohrenblume (Cymbopetalum pendiculiflorum).

Zucker gab es in Südamerika noch nicht, so dass das Schokoladengetränk eher bitter gewesen sein muss. Honig wurde zwar ebenfalls für die Schokoladenzubereitung verwendet, aber war keinesfalls eine notwendige Zutat. Schokolade muss also nicht immer süß sein.

„Saca“ eine Art Schokoladenmaisgrütze zum Trinken, war ein nahrhaftes und häufig genossene Variante der Schokolade bei den Maya. „Tunze“ hingegen, ein Getränk bestehend aus Kakaobohnen, Mais und den Samen des Sapodilla- Baumes, gab es nur zu besonderen Feierlichkeiten.
Es gibt noch unzählige weitere Rezepte der Maya für die Schokoladezubereitung. Jeder Stamm und jede Region hatte seine eigenen Besonderheiten und Vorlieben.

Der Trank der Götter.

Die Lacandón-Maya, einst Herrscher über ein großes Gebiet im Südosten Mexikos, gibt es noch heute und wie zu Zeiten des Klassikums (250-900 n. Chr.) bauen ihre Nachfahren noch immer ihren eigenen Kakao an. Sie bereiten aus den Kakaobohnen eine Schokolade für den täglichen Verzehr zu und eine andere als Opfergabe für ihre Götter. Die Ethnologin Sophie D. Coe beschreibt deren Zubereitung in ihrem Buch „Die wahre Geschichte der Schokolade“ wie folgt:

Weltliches Schokoladengetränk der Lacandòn.

“Die fermentierten und getrockneten Bohnen werden zuerst auf einem Backblech geröstet, und die äußere Hülle wird entfernt. Dann wird ein Stück von einer Rebe, das sogenannte suquir, herausgeschnitten, das den Schaum erzeugen soll. Der härtere Teil davon wird gemahlen, worauf die Fasern und die Flüssigkeit durch ein Kürbissieb gegossen und in einem Topf Wasser gerührt werden; die übrigbleibenden Fasern werden ausgeschieden. Als nächstes mahlt die Hausfrau den weichen Teil der suquir-Rebe zusammen mit den Kakaobohnen und dem gerösteten Mais; die Mischung wird in das vorbereitete Wasser hineingerührt und dieses Gebräu ohne Erhitzen oder Kochen mit einem Holzquirl aufgeschlagen. Der dabei entstehende Schaum wird mit einem Löffel abgeschöpft, kommt auf die Maisgrütze und wird hinuntergestürzt. Wenn der ganze Schaum fort ist, wird auch die verbleibende Schokoladenflüssigkeit getrunken, „doch das Köstlichste ist der Schaum“.“

Schon gewußt?
Die Geschichte der Schokolade beginnt vor ca. 4000 Jahren. Allerdings nicht in fester, sondern in flüssiger Form. Wenn im Folgenden also von Schokolade die Rede ist, dann von Trinkschokolade. Tafeln wie wir sie heute kennen, bezeichnet man erst seit dem 19. Jahrhundert als Schokolade.

Heiliges Schokoladengetränk der Lacandòn

Die Ehefrau des Zeremonienmeister röstet die Kakaobohnen und mahlt sie dann mit einem Reibstein und auf dem Stein Metate, und nicht mit den Handmühlen aus Eisen, wie sie in gewöhnlichen Küchen verwendet werden (auch tut sie dies in einer besonderen Kochhütte, die sich neben dem „Gotteshaus“ befindet, wo die aus Lehm geformten „Gottestöpfe“ aufbewahrt werden). Während des Mahlens mischt sie ein Gras, das sogenannte „aak`“, darunter, welches die Kakaoflüssigkeit schäumen lässt, wenn sie sie mit einem Holzstab aufschlägt. Wasser wird in die Mischung hineingerührt, die Flüssigkeit abgeseiht und schließlich in Schalen gegossen, die entweder „balché“ (einen rituellen, mit einer bestimmten Baumwurzel gewürzten Met) oder „sak ha“ (die uns vertraute Maisgrütze) enthalten. Damit werden dann die „Gottestöpfe“ „gefüttert“.“

Urlaubsfeeling mit Batido de Cacao.

Die immer noch im Hochland Guatemalas lebenden Mayas bereiten Kakao auf die unterschiedlichste Weise zu. Oft werden dabei Zutaten verwendet, die erst durch die Spanier ins Land kamen, wie Rohrzucker, Reis, Zimt und schwarzer Pfeffer. Die indianische Küche verwendete hingegen traditionell Honig, Mais, Piment und Paprika.
Batido ist eines der verbreitetsten Kakaogetränke im nördlichen Hochland Guatemalas. Hier das Rezept:

„Batido
Die Kakaobohnen werden gemahlen; das dabei entstehende Pulver wird in einer Schale mit lauwarmen Wasser gemischt und beides mit der Hand zu einem Brei verrührt. Diesem Brei werden ein oder zwei der verschiedensten Gewürze hinzugefügt; die heimischen sind Vanille, Achiote (Bixa orellana, das in gemahlener Form zugesetzt wird, um eine ziegelrote Färbung zu erzielen), die Ohrenblume und gemahlene Sapotillkerne. Um das batido zum Trinken vorzubereiten, wird ein Teelöffel Brei mit einer Kürbisschale heißem Wasser vermischt. Da Kakao sehr teuer und der guatemaltekische Indianer sehr arm ist, enthält das batido häufig sehr wenig Kakao und sehr viel schwarzen Pfeffer.“