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Glücklich durch Schokolade
Stück für Stück ein Stück vom Glück.

Dass Schokolade glücklich machen soll, munkelt der Volksmund ja schon lange. Seelentröster, Glücklichmacher, Aphrodisiakum, Aufputschmittel – was ist dran an dem Mythos Schokolade? Schon die Ureinwohner Mittelamerikas schätzten die belebende Wirkung von Kakaobohnen. Aus ihnen wurde bei den Azteken ein anregendes Göttergetränk gebraut.

Der Glücksbringer Serotonin.

Durch unterschiedliche Faktoren kann sich der Verzehr von Schokolade, besonders dunkler Schokolade, positiv auf unsere Stimmung auswirken.
Neben kleinen Mengen an Koffein, dessen belebende Wirkung wir vom Kaffee kennen, kann der Genuss von Schokolade auch den Serotoningehalt im Körper erhöhen. Serotonin ist einer der wichtigsten Botenstoffe für das Glücksempfinden. Sinkt der Serotoninspiegel im Körper z.B. aufgrund des Menstruationszyklus bei Frauen, erhöht sich das Verlangen nach kohlehydratreicher Nahrung wir z.B. Schokolade. Durch den erhöhten Appetit werden dem Körper vermehrt Kohlenhydrate zugeführt, was auch die Tryptophanaufnahme in das Gehirn verbessert, aus welchem der Körper dann selbst Serotonin (5-Hydroxytryptamin, 5HT) herstellen kann.

Der in der Schokolade enthaltene Zucker steigert die Ausschüttung des Blutzuckerregulierenden Hormons Insulin. Das Insulin wiederum führt zur gesteigerten Aufnahme der Amniosäure Tryptophan. Dieses dient dem Gehirn als Grundstoff für die Produktion des Neurotransmitters Serotonin dem wichtigsten Botenstoff für das Glücksempfinden. Auch helles Licht bewirkt die Ausschüttung von Serotonin. Das ist der Grund, warum in der hellen Jahreszeit unser Verlangen nach Schokolade vergleichsweise gering ist. Mit dem dunklen Winter kehrt dann auch die Lust auf Süßes wieder zurück.



“Deine erste Pflicht ist, dich selbst glücklich zu machen. Bist du glücklich, so machst du auch andere glücklich.” Ludwig A. Feuerbach (Philosoph, 1804 – 1872)

Der Glücksbringer Phenylethylamin.

Zudem setzt das Fett der Kakaobutter im Gehirn Endorphine frei. Sie dämpfen die Schmerzempfindung und heben die Stimmung. Ist ein Mensch verliebt, schüttet sein Körper Phenylethylamin aus. Er wird euphorischer, glücklicher und auch schmerzunempfindlicher. Stellt sich dagegen Liebeskummer ein, so ist das genauer betrachtet eine Entzugserscheinung dieses Stoffes. Da eine Tafel Schokolade bis zu 700 Milligramm Phenylethylamin enthalten kann (meist aber nur 50-100mg), ist sie tatsächlich so etwas wie Balsam für die Seele. Da wundert es nicht, dass englische Wissenschaftler von der Sussex University in einer Studie herausgefunden haben, dass der Geschmack von Schokolade die meisten Menschen mehr anmacht, als ein Kuss.

Der Glücksbringer Theobromin.

Ebenfalls im Kakao enthalten ist das Theobromin. Es wirkt dauerhaft anregend und stimmungsaufhellend.


Wer ein Stück Schokolade als Wachmacher genießen will, greift am besten zu Bitterschokolade mit einem hohen Kakaoanteil.


Außerdem wurden auch geringe Mengen des psychoaktiven Stoffes Anandamid in Schokolade nachgewiesen. Anandamid, eine mehrfach ungesättigte Fettsäure, kommt natürlich im menschlichen Körper vor und bindet sich dort an dieselben Rezeptoren wie das THC, Tetrahydrocannabiol, der Hauptwirkstoff von Cannabis, in dem er ein rauschartiges Glücksgefühl erzeugt.

Ein ungelöstes Rätsel.

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Beim genussvollen Naschen von Schokolade nehmen wir all diese Inhaltsstoffe aber nur in sehr geringen Mengen zu uns. Eine berauschende Wirkung wäre erst nach dem ungeheuren Verzehr von 20 bis 30 kg Vollmilchschokolade nachweisbar. Wissenschaftlich betrachtet können wir also nicht genau sagen, was an der Schokolade bei uns ein Glücksempfinden auslöst, möglicherweise ist es das Zusammenspiel all dieser Faktoren. Warum uns also dennoch schon ein bisschen Schokolade dieses gewisse Wohlbefinden beschert, hat wohl auch psychologische Gründe. Sei es eine Kindheitserinnerung oder die Tatsache, dass Schokolade gerne als kleine Belohnung genossen wird.

Warum Frauen mehr naschen als Männer.

Beim Genussverhalten gibt es übrigens zwischen den Geschlechtern durchaus Unterschiede, die sozusagen „biologisch“ begründbar sind. Kurz vor der Menstruation sinkt der Endorphinspiegel im Blut bei Frauen. Schmerzen, Hunger, Glücksgefühle all das regelt Endorphin als körpereigenes Opiat. Beim Sinken des Endorphinspiegels, sinkt leider auch oft die Stimmung gleich mit. Schokolade kann im Gegenzug die Eigenproduktion wieder anregen. Es gibt allerdings einen Punkt, bei dem fast alle zustimmen: nach dem Genuss eines Stückchens Schokolade kann man kaum aufhören.


DIE RITTER SPORT MEINUNG: Offen gesagt, wir wissen auch nicht warum Schokolade glücklich macht, aber die Tatsache, dass sie es tut, reicht uns eigentlich auch.

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