Gentechnik – Alles natürlich?
Als Gentechnik bezeichnet man gezielte Eingriffe in das Erbgut von Pflanzen, Tieren und Menschen. Als Teilgebiet der Biotechnologie baut sie auf den Kenntnissen der Molekularbiologie und Genetik auf. Ein Organismus gilt dann als gentechnisch verändert, wenn sein genetisches Material mit Methoden der Gentechnik in einer Weise verändert wurde, wie es unter natürlichen Bedingungen, wie Kreuzung oder natürlicher Rekombination, nicht möglich gewesen wäre – beispielsweise indem man Gene in Pflanzen verändert oder so genannte Transgene vom Organismus einer Art auf den einer anderen überträgt.
Man unterscheidet drei große Bereiche in denen gentechnische Verfahren zum Einsatz kommen: in der Landwirtschaft, in der Medizin und im Bereich der Umweltschutztechnik und Mikrobiologie, wobei für gentechnische Verfahren im Agrar- oder Agrobereich auch der Begriff „Grüne Gentechnik“ verwendet wird.
Seit April 2004 verlangt die Europäische Union eine eindeutige Kennzeichnung solcher gentechnisch veränderten Lebens- und Futtermittel. Das gilt natürlich auch für Süßwaren, sobald sie mehr als 0,9 % gentechnisch veränderte Zutaten enthalten. Dadurch kann der Verbraucher frei entscheiden, ob er Produkte mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) erwerben möchte oder nicht. Die Kennzeichnungspflicht gilt allerdings nicht für tierische Produkte wie Milch, Fleisch und Eier deren Produzenten mit GVO gefüttert wurden, da die mit dem Futter aufgenommenen Gene, natürliche oder veränderte, im Verdauungstrakt der Nutztiere abgebaut werden. Folglich kann es auch nicht zu einer genetischen Veränderung der tierischen Produkte an sich kommen.
Grundsätzlich werden von vornherein nur die gentechnisch veränderten Lebensmittel zugelassen, die „keine nachteiligen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier oder die Umwelt haben" und “die Verbraucher nicht irreführen”. Dies beaufsichtigt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) anhand von langjährigen Sicherheitsbewertungen. Gentechnisch veränderte Organismen sind heute längst ein fester Bestandteil unseres Alltags geworden. Allein in Deutschland wird seit der BSE-Krise bei der Nutztierfütterung Tiermehl zu 60 bis 70 Prozent durch genverändertes Soja aus den USA ersetzt, Tendenz steigend.
Der Vorteil: die Aufzucht von Nutzpflanzen wird kostengünstiger und ertragreicher, da die höhere Schädlingsresistenz nur einen geringen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erfordert. Kritiker befürchten dagegen, dass ein so tiefgehender Eingriff in das Erbgut die heimische Tier- und Pflanzenwelt und folglich auch die Gesundheit des Menschen gefährden könnten. Beispielsweise mit einer möglichen Antibiotika-Resistenz durch den Einsatz von Markierungsgenen oder Allergien durch Fremd-Gene. Auch die erhöhte Resistenzbildung unter Schädlingen und die Abtötung nützlicher Insekten durch GVO-Pflanzen zählen zu ihren Gegenargumenten.
Die größten Anbauländer von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen sind die USA mit 47,6 Millionen Hektar von weltweit insgesamt 81 Millionen Hektar (Stand 2004) und Argentinien mit 16,2 Millionen Hektar Anbaufläche. Hautsächlich werden gentechnisch verändertes Soja (55 Prozent), Baumwolle (22 Prozent), Raps (16 Prozent) und Mais (11 Prozent) angebaut. Letzterer sogar in Deutschland auf einer Fläche von über 500 Hektar.
Auch bei der Herstellung von Schokolade werden von vielen Firmen immer häufiger gentechnisch veränderte Zutaten verwendet. Die Emulgatoren stammen in der Regel vom Sojalecithin. Soja gehört zu den am häufigsten gentechnisch veränderten Pflanzen. Auch Mais, zum Beispiel in Form von Cornflakes, stammt vielfach aus dem Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. In Schokolade enthaltene Aromen, sowie die Zuckeraustauschstoffe der Diätschokoladen werden ebenfalls nicht selten mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen gewonnen. Die Kühe, deren Milch zur Herstellung von Schokolade verwendet wird, können mit GVO-haltigen Futtermitteln gefüttert worden sein.
Wir von RITTER SPORT haben hierzu eine eindeutige Haltung:
Unserem Qualitätsanspruch verpflichtet, verzichten wir bei der Schokoladenherstellung soweit möglich auf die Verarbeitung gentechnisch veränderter Rohstoffe.
Unser Lecithin stammt beispielsweise aus gentechnisch nicht veränderten Sojabohnen. Des Weiteren verwenden wir keine Kakaobutteräquivalentfette, sondern setzen nur 100% reine Kakaobutter ein, so dass auch auf diesem Wege keine Bestandteile von GVO-Pflanzen in die Schokolade gelangen können.
Leider ist dies nicht bei allen Zutaten zu 100 % möglich, da wir natürlich auf die Verfügbarkeit der gewünschten GVO-freien Rohstoffe angewiesen sind.
So ist es uns zum Beispiel trotz länderübergreifender Recherchen noch nicht gelungen, einen Lieferanten für Milchpulver ausfindig zu machen, der uns diesen Rohstoff in ausreichender Menge anbieten und uns zu dem die ausschließliche Verfütterung gentechnikfreier Futtermittel an seinen Tieren garantieren kann.
Und auch trotz strengster Rohwareneingangskontrollen lassen sich unbeabsichtigte Verunreinigungen z. B. durch Pollenflug auf den Feldern nie ganz ausschließen.
Unser tägliches Bestreben ist es jedoch, unseren Kunden eine Schokolade anzubieten, von der wir sagen können, dass sie ausschließlich nach bester RITTER SPORT Qualität und gänzlich ohne gentechnisch manipulierte Rohstoffe hergestellt wurde. Wir bleiben dran. Das versprechen wir.

