Landwirtschaftliche Anbaumethoden – Die wichtigsten Bauernregeln.

 
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Landwirtschaft ist nicht gleich Landwirtschaft. Es gibt viele verschiedene Methoden, nach denen Bauern ihre Höfe bewirtschaften können.

Die konventionelle Landwirtschaft
Die häufigste Bewirtschaftungsmethode ist die konventionelle oder auch herkömmliche Landwirtschaft. 97 Prozent aller Landwirte in Deutschland wirtschaften auf herkömmliche Weise. Hier gibt es keine festen Richtlinien, die die Betriebe befolgen müssen. Der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln und Kunstdünger ist im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften erlaubt. Dadurch werden bei konventioneller Landwirtschaft in der Regel höhere Ernteerträge erzielt als bei anderen Wirtschaftsweisen. Auch die Massentierhaltung ermöglicht deutlich größere Umsätze.

In der konventionellen Landwirtschaft geht der Trend hin zur Spezialisierung und Intensivierung. Das heißt ein Betrieb, der sich auf Massentierhaltung spezialisiert hat, produziert seine Futtermittel nicht mehr selbst, sondern muss sie aus anderen Betrieben zukaufen. In diesem Fall spricht man von industrieller Landwirtschaft.

Die integrierte Landwirtschaft
Eine Anbaumethode, die gleichermaßen ökonomischen, als auch ökologischen Aspekten gerecht wird, ist die integrierte bzw. kontrolliert integrierte Landwirtschaft. Sie berücksichtigt effiziente und rentable Verfahren ebenso wie die Anforderungen des Natur- und Umweltschutzes.

Der Landwirt stimmt seine Bewirtschaftungsmaßnahmen, wie Sortenwahl, Fruchtfolge, Anbautechnik, Pflanzenernährung und Pflanzenschutz auf die natürlichen Gegebenheiten ab. Nach dem Prinzip der sogenannten Schadschwellen werden Dünger und Schädlingsbekämpfungsmittel erst dann eingesetzt, wenn eine bestimmte Schadschwelle überschritten wurde. Diese ist nicht biologisch begründet, sondern aus rein wirtschaftlichen Erwägungen festgelegt.

Mit Ausnahme von wenigen Erzeugergemeinschaften unterliegt die Einhaltung dieser Richtlinien der freiwilligen Selbstkontrolle durch den Bauern. Die Europäische Initiative für nachhaltige Entwicklung in der Landwirtschaft (EISA) plant jedoch europaweit einheitliche Leitlinien für den integrierten Pflanzen- beziehungsweise Landbau.

Ökologische Anbauformen der Landwirtschaft
Der Anbau von Bio-Produkten hingegen unterliegt weitaus strengeren Regeln. Zwar gibt es keine einheitliche Anbauform, doch alle Ausprägungen des biologischen Landbaus folgen demselben Prinzip: dem des geschlossenen Kreislaufs.

Die Permakultur
In den 70er Jahren entwickelte der australische Ökologe Bill Mollison eine ökologische Planungsstrategie, die ein vielfältiges, intaktes Ökosystem zur dauerhaften Sicherung der Lebensgrundlage der Menschen ermöglichen soll – die Permakultur (aus dem engl. „permanent agriculture“ = dauerhafte Landwirtschaft). Es ist ein ganzheitliches Konzept, in welchem es um die nachhaltige Vernetzung von Systemen geht und das sich nicht nur auf die Landwirtschaft beschränkt. Architektur, Entwicklungen von Städten und Regionen, ebenso wie soziale Entwicklungen werden hier mit einbezogen.

Bei der Permakultur geht es um das Erkennen von Zusammenhängen, Wechselwirkungen, Abhängigkeiten und von grundsätzlichen Mustern, um Energie zu sparen, Materialkreisläufe zu schließen und natürliche Ressourcen zu nutzen, sowie die Erkenntnis, das natürliche Abläufe nach- und mitgestaltet werden müssen, ebenso wie um die Steigerung von Kreativität und Beobachtungsfähigkeit.

Mittlerweile gibt es unzählige Permakulturvereine und –initiativen in fast allen Ländern der Welt. Sie alle haben sich zum Ziel gesetzt Bill Mollison kürzeste und poetischte Beschreibung, was Permakultur ist, umzusetzen. „Permakultur ist das Schaffen von kleinen Paradiesen hier auf der Erde.“ (Bill Mollison)

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Andere Methoden des biologischen Anbaus
Andere Methoden haben sich auf bestimmte Bereiche spezialisiert: der Howard-Balfour-Landbau beispielsweise auf ökologische Kompostierungsverfahren, die Aubert-Methode auf eine standortgerechte Bodenbearbeitung mit vielfachem Fruchtwechsel, die Arbeitsgemeinschaft für naturnahen Qualitätsanbau von Obst und Gemüse (ANOG) natürlich auf Obst und Gemüse und alle ackerbaulichen Belange.

Der organisch-biologische Landbau
Anfang der 30er Jahre begründete der Schweizer Dr. H. Müller (Gründer der Bauernheimatbewegung) zusammen mit dem deutschen Arzt H. P. Rusch den organisch-biologischen Landbau.

H.P. Rusch lieferte unter anderem mit seinen Buch „Bodenfruchtbarkeit- Eine Studie biologischen Denkens“ die theoretischen Grundlagen für diese Form des Landbaus.

Der organisch-biologische Anbau folgt der These vom „Kreislauf der lebenden Materie“, die aufgrund von Ruschs umfangreichen Untersuchungen zu den Kleinstlebewesen im Boden entstand. Im Mittelpunkt steht besonders die Pflege der Bodenfruchtbarkeit durch Ernährung und Aktivierung der Mikroorganismen im Boden. Denn erst sie schlüsseln die Mineralstoffe im Boden so auf, dass sie von den Pflanzen aufgenommen werden können.

Um Struktur belastende Eingriffe zu vermeiden werden Wirtschaftsdünger und organische Abfälle in einer dünnen Schicht auf dem Acker ausgebracht und auf der Bodenoberfläche belassen oder nur sehr flach eingearbeitet. Zusätzlich wird Mist in frischem Zustand als Bodenbedeckung ausgestreut. Spezielle Humusferment-Präparate aus Pflanzen, pflanzliche Ölen, Kräuterextrakten, Meeralgen usw. beschleunigen die Umsetzungsvorgänge auf und im Boden. In ausgewählten Fällen können zur direkten Abwehr von Krankheiten und Schädlingen auch nichtsynthetisierte, amtlich zugelassene Pflanzenschutzmittel verwendet werden.

Der biologisch-dynamische Landbau
Die biologisch-dynamische Wirtschaftweise von Rudolf Steiner ist seit 1924 die älteste aller biologischen Landbaumethoden. Sie ist ein ganzheitlicher Ansatz auf den Grundlagen der Anthroposophie, der die klimatischen und örtlichen Verhältnisse berücksichtigt. Sie sind die prägenden und gleichzeitig auch begrenzenden Faktoren eines biologisch-dynamischen Betriebes.

Im Idealfall bilden Pflanzenbau, Futtermittel, Tierhaltung und Düngung einen geschlossenen Kreislauf, der ohne Fremdzufuhr funktioniert. Die angebaute Futtermenge bestimmt die mögliche Zahl der Tiere, die davon ernährt werden können. Die wiederum gibt die Düngermenge vor, die zur Verfügung steht, usw..

Ein weiteres Kennzeichen der biologisch-dynamischen Anbauweise ist die Verwendung von Präparaten. Sie werden aus Heilpflanzen, Mist oder Quarz gewonnen und sollen vorübergehend oder ständig gestörte Gleichgewichte des Bodens, durch Klima oder schlechtes Wetter, wiederherstellen.

Der landwirtschaftliche Kalender richtet sich bei dieser Methode auch nach astralen und kosmischen Einflüssen, die für produktionstechnische Überlegungen wie die Aussaat berücksichtigt werden müssen.

Nach so viel Landwirtschaftsunterricht können Sie ja jetzt mal ganz biologisch-dynamisch in eine unserer leckeren Bio-Sorten beißen.