Maya

Die Hochkultur der Maya

Die ersten Funde von Zeugnissen der Maya stammen aus der Zeit um 2.000 v. Chr. Bereits damals besaßen sie eine hoch entwickelte Kultur. In ihrer Blütezeit – ca. 250 bis 900 n. Chr., als London und Paris noch Dörfer waren – lebten sie schon in Großstädten mit mehr als 10.000 Menschen. Sie bauten bis zu 65 Meter hohe Stufenpyramiden, riesige Paläste, Observatorien und Ballspielplätze.


Um 900 n. Chr. begann der Niedergang ihrer Kultur. Ob dies ökologische, kriegerische oder religiöse Auslöser hatte, ist bis heute nicht endgültig geklärt. Den Beweis, dass die Maya tatsächlich Schokolade konsumierten, liefern ihre Grabbeigaben. Abbildungen auf Gefäßen zeigen Götter mit Kakaofrüchten und Schüsseln voller Kakaobohnen. Archäologen entdeckten auch eigene Gefäße für Schokolade. „Chacau haa“, so bezeichneten die Maya ihre Schokolade, zugleich aber auch heißes Wasser. Daher die Vermutung, dass die Maya ihre Schokolade am liebsten heiß tranken. Der Schaum auf der heißen Schokolade dürfte besonders beliebt gewesen sein. Sie wurde mit Vanille und Ohrenblume gewürzt. Da es in Südamerika zur Zeit der Maya aber noch keinen Zucker gab, muss das Schokoladengetränk damals ziemlich bitter gewesen sein.

Alte Mayazeichnung

Kakao war bei den Maya allerdings kein Massenprodukt, sondern ein Getränk, das dem Adel vorbehalten war. Ethnographische Berichte lassen vermuten, dass der Schokoladengenuss zu besonderen Anlässen wie Verlobungs- und Hochzeitsfeiern jedoch in allen Gesellschaftsschichten verbreitet war, zum Beispiel beim symbolischen Austausch von Kakaobohnen zur Brautwerbung.

Mayagott Chaac

Wie wertvoll Kakao für die Maya war, erkennt man vor allem daran, dass Kakaobohnen auch als Zahlungsmittel verwendet wurden. Darüber hinaus hatte Schokolade für die Maya auch eine mystische Bedeutung. Diverse erhaltene Inschriften enthalten Passagen über Kakao. Darin werden oft Gottheiten dargestellt, die sich mit Dolchen selbst die Ohren durchstechen und Ströme wertvollen Blutes über Kakaofrüchte vergießen. Sowohl für die Maya als auch für die Azteken gab es also eine symbolische Assoziation zwischen Schokolade und menschlichem Blut – vergleichbar etwa mit dem Ritual des Abendmahls im christlichen Glauben.

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