Rezepte

Historische italienische Schokoladen-rezepte

Es wird geprotzt und sich mit Schokolade bekleckert.

Im Zeitalter des Barocks wurden Speisen und Getränke üppig gewürzt und mit Duftstoffen bereichert. Veilchen, Rosenblätter, Nelken, Safran, Vanille, Zimt, Pfeffer, Moschus, Jasmin, Ambra, Zitronenschale, Lavendel und vieles mehr verlieh aromatische, exotische Würze, überdeckte allerdings ebenfalls so manch verdorbenes Aroma.

Jasminschokolade

Die Idee, Schokolade mit kräftigen Duftstoffen zu versetzen, wird den Italienern zugeschrieben. Genauer gesagt dem Wissenschaftler, Dichter und Leibarzt Francesco Redi (1626–1697). Er war der Erfinder „der“ Schokoladenspezialität am toskanischen Hof, der berühmten Jasminschokolade. Erst nach seinem Tode gelangte das Rezept an die Öffentlichkeit.

Zutaten:

4,5 kg geröstete Kakaobohnen, gesäubert und grob zerkleinert
Frische Jasminblüten
3,6 kg weißer Zucker, gut getrocknet
85 g vollkommene Vanilleschoten
115–170 g vollkommener Zimt
2 Skrupel (2,5 g) Ambra

Zubereitung:

In einer Kiste oder einem ähnlichen Behälter abwechselnd Jasmin und gerösteten Kakao übereinanderschichten und 24 Stunden stehenlassen. Dann alles vermischen, noch mehr Schichten von Blüten und Kakao hinzufügen, worauf das gleiche Verfahren folgt. Dies muss zehn- oder zwölfmal wiederholt werden, damit der Kakao von dem Duft des Jasmins durchdrungen wird. Als Nächstes nehme man die übrigen Zutaten und füge sie zu dem Kakao-Jasmin-Gemisch hinzu und mahle die Masse auf einem leicht erwärmten Stein.

Der Geschmack einer solchen Schokolade eignete sich wunderbar dazu, den bitteren Geschmack von Gift zu überdecken. So soll zum Beipsiel Papst Clemens XIV. (1769–1774) das Opfer einer vergifteten Schokolade geworden sein.

(Rezept aus: von S. D. Coe: „Die wahre Geschichte der Schokolade”)

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