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Erneuter Erfolg im „Schoko-Streit“: Oberlandesgericht weist Berufung zurück

Erneuter Erfolg im „Schoko-Streit“: Oberlandesgericht weist Berufung zurück

Erneuter Erfolg im „Schoko-Streit“: ...

Freunde der Voll-Nuss,

ihr erinnert euch sicherlich noch an die Diskussionen rund um die Sorte Voll-Nuss, die durch das Testurteil der Stiftung Warentest Ende letzten Jahres entstanden sind. Es wurde der Vorwurf erhoben, dass wir einen künstlich hergestellten Aromabestandteil und nicht wie deklariert natürliche Aromen bei der Sorte Voll-Nuss einsetzen.

Im Rahmen dieser Auseinandersetzung wurde heute vom Oberlandesgericht München ein erneutes Urteil gesprochen.
Wie es zu diesem Urteil gekommen ist und was das bedeutet, könnt ihr in unserer aktuellen Pressemitteilung nachlesen:

Presseinformation
Erneuter Erfolg für Ritter Sport
OLG München weist Berufung mit deutlichen Worten zurück: Stiftung Warentest kann Behauptung nach wie vor nicht belegen

Oberlandesgericht München: Urteil der ersten Instanz ist rechtskräftig +++ Amtliche Lebensmittelkontrolle und Gutachten haben keinen Verstoß gegen Kennzeichnungsregeln festgestellt +++ Die Deklaration des „natürlichen Aromas“ der Ritter Sport Voll-Nuss ist korrekt. Eine Verbrauchertäuschung liegt nicht vor

Waldenbuch/München, 9. September 2014. – Im Rechtsstreit zwischen der Stiftung Warentest und der Alfred Ritter GmbH & Co. KG hat das Oberlandesgericht München die Berufung der Stiftung Warentest mit deutlichen Worten zurückgewiesen. Entgegen der schriftlichen Äußerungen hat Stiftung Warentest ihre Behauptung den „chemisch hergestellten Aromastoff Piperonal nachgewiesen“ test 12/2013, 21.11.2013, S. 21. zu haben, bis heute nicht belegt. Ritter Sport und der Aromenhersteller Symrise AG hingegen hatten bereits in erster Instanz die Natürlichkeit des verwendeten Piperonals glaubhaft gemacht. Das Urteil des Landgerichts München I vom 13. Januar 2014 ist damit rechtskräftig.

Bei dem mittelständischen Tafelschokoladehersteller zeigt man sich erfreut: „Die Entscheidung ist richtig. Sie zeigt, auch Stiftung Warentest darf nicht willkürliche Behauptungen in die Welt setzen, die jeder Grundlage entbehren“, erklärt Thomas Seeger, Leiter Recht bei Ritter Sport. „Nur weil Stiftung Warentest kein geeignetes Verfahren zur Gewinnung natürlichen Piperonals bekannt war, haben die Verantwortlichen auf einen Verstoß gegen die Aromenverordnung geschlossen – nach dem Motto, was ich nicht kenne, kann es auch nicht geben – und unserem wichtigsten Produkt die Verkehrsfähigkeit abgesprochen. Einen belastbaren Beweis für ihre Behauptung ist Stiftung Warentest bis heute schuldig geblieben.“

In einem Testbericht im November vergangenen Jahres hatte Stiftung Warentest die Kennzeichnung des in der Sorte Voll-Nuss enthaltenen Aromastoffes Piperonal als „natürliches Aroma“ beanstandet und die Verkehrsfähigkeit der Ritter Sport Voll-Nuss in Abrede gestellt. Um drohenden Auslistungen des Handels entgegenzutreten, die für das mittelständische Familienunternehmen existenzbedrohend gewesen wären, hatte Ritter Sport vor dem Landgericht München I eine einstweilige Verfügung erwirkt. Diese ist in erster Instanz vom Gericht bestätigt worden, wogegen Stiftung Warentest Berufung eingelegt hatte. Diese ist heute vom Oberlandesgericht München zurückgewiesen worden.

Ritter Sport und Symrise haben durch eine Patentrecherche mehrere, zum Teil patentierte Verfahren aus verschiedenen Ländern aufgezeigt, mit denen aus Lorbeergewächsen Piperonal auch in industriellem Maß auf natürlichem Weg gewonnen werden kann.

Die amtliche Lebensmittelüberwachung konnte bei einer intensiven Überprüfung des Herstellungsprozesses keinen Verstoß gegen geltende Kennzeichnungsvorschriften feststellen. Darüber hinaus legte die Symrise AG die Eidesstattliche Versicherung eines Gutachters vor, der den gesamten Herstellungsprozess des von Ritter Sport verwendeten Piperonals überprüft hat und zu dem Ergebnis kommt, Ausgangsstoff und Herstellungsverfahren seien natürlich im Sinne der EU-Aromenverordnung. Das Piperonal in der Ritter Sport Voll-Nuss ist ein natürliches Aroma, die Schokolade demnach korrekt deklariert und ohne Einschränkung verkehrsfähig.

„Wir hätten uns gewünscht, Stiftung Warentest wäre ihrem eigenen Anspruch gerecht geworden und hätte eingeräumt, einen Fehler gemacht zu haben – so wie sie es von Unternehmen immer verlangt“, fasst Thomas Seeger zusammen. „Stattdessen Herstellungsort und Lieferkette zu diskreditieren, ist ein untauglicher Versuch, von eigenen Fehlern und Versäumnissen abzulenken. Das dient nicht der Verbraucheraufklärung, der Vorwurf der Verbrauchertäuschung fällt damit am Ende auf Stiftung Warentest zurück.“

 

Alle Hintergründe zur Auseinandersetzung / Thematik haben wir für euch Anfang des Jahres in einem FAQ-Artikel zusammengefasst, welchen ihr hier nachlesen könnt: FAQ zum Testurteil von Stiftung Warentest

 

22 Kommentare

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  • Volkmar Heitmann sagt
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    Woher das Piperonal stammt, ist mit dem Gerichturteil immer noch nicht geklärt. Es wurde der Stiftung Warentest lediglich untersagt, zu behaupten, es wäre nicht natürlich (im Sinne der EU-Verordung!).

    Laut Wikipedia (unter Berufung auf die Ausführungen des Herstellers Symrise im Prozess) wird das Piperonal folgendermaßen gewonnen: Durch einen biochemischen Prozess aus einer Umwandlung des Ausgangsstoffes Safrol.

    Der „biochemische Prozess“ findet im Chemielabor statt. Was daran ist natürlich?

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  • Petra sagt
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    Voll Nuss bleibt immer ein Genuss,petr

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  • jogibaer2006 sagt
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    Guten Tag,
    mir bleibt ein sehr schaler Nachgeschmack übrig.
    Die Erklärung ist mir zu dürftig, eine Eidesstattliche Versicherung/Erklärung gab es schon zu hauf. Was wurde da im nachhinein alles doch aufgedeckt. Bei allem für und wieder zu Stiftung Warentest und Ritter Sport, fühle ich mich von Herstellerseite nicht vollständig aufgeklärt. Schlußstrich ziehen. Wieder ein Hersteller, der sich versteckt, meine Chance als Konsument besteht eh nur darin, den entsprechenden Hersteller zu meiden.

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  • Pierre sagt
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    Piperonal wird in Anhang I zum Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen den unerlaubten Verkehr mit Suchtstoffen und psychotropen Stoffen von 1988 als Vorläuferstoff aufgeführt.

    Nun weiß ich, woher meine Sucht nach Schokolade kommt. 🙂

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  • Peter Schaaf sagt
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    Ich möchte Ihnen herzlichst gratulieren. Sie machen mir damit eine besondere Freude und Genugtuung. Endlich mal ein Unternehmen, welches Mut, finanziellen Rückhalt und Engagement gehabt hat, gegen diesen Haufen zurück zu schlagen! Für mich steht die Stiftung Warentest auf einer Stufe mit dem ADAC, von dem ich auch bereits vor 10 ausgetreten bin! Diese Organisationen bewegen sich in einer juristischen Grauzone, in der es kaum Möglichkeiten zu Widerstand gibt. Ich selbst war exakt 50 Jahre berufstätig, großenteils selbstständig mit einemnHandwerksbetrieb mit 14 Mitarbeitern. Auch wir mussten häufig pauschale Verunglimpfung hinnehmen, der unserem Unternehmen geschadet hat. Bei dieser Angelegenheit habe ich erkannt, dass diesen Leuten auch nur die Gier nach Geld im Programm steht. Zum Schluss noch: meine Reaktion auf den ersten Eklat durch das Urteil der Stiftung Warentest war, dass ich in meinem ganzen Leben zum ersten Mal Ritter Sport gekauft habe, und zwar die mit den Nüssen!

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    • flashy sagt
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      Gratulieren, wem u. wozu? Bin zwar nicht selbst 100% im Bilde, aber so wie es scheint geht´s hier doch nur um eine einstweilige Entscheidung u. da wurde der Sachverhalt noch überhaupt nicht geklärt. Sehe es völlig neutral, halte Ritter ggf. selbst für unschuldig/betrogen, aber dies ändert doch nichts an der Sachlage inkl. völlig unbekannter Herstellungsprozesse o. Quellen seitens Symrise, Anbieter des nach eigenen Angaben „natürlichen“ Piperonal. Symrise müßte sich hier erklären u. offenlegen.

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    • Joseph sagt
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      Ich bin derselben Auffassung wie Sie. Früher habe ich das auch an die Bewertungen der Stiftung Warentest geglaubt und bin dabei immer wieder reingefallen bis ich gemerkt habe, nach welchen unsinnigen Kriterien dort bewertet wird.

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      • Nick sagt
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        genau so ist es. Ich könnte hier viele Beispiel aufführen, in denen die Stifung Warentest Produkte völlig zuunrecht abwertet, weil sie Kriterien anwendet, die völlig irrelevant sind oder weil sie zu dumm sind, um die Vorzüge eines Produktes zu verstehen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass die nicht so unabhängig sind, wie sie tun.

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