Liebe Leute, letzte Woche haben wir das Video mit dem schönen Titel „RITTER SPORT – Rund. Bunt. Lecker.“ auf unserem Facebook-Kanal veröffentlicht. Die wichtigste Information dazu vorab: RITTER SPORT bleibt natürlich quadratisch, praktisch und gut!
Falls ihr das Video noch nicht gesehen haben solltet, schaut es euch erstmal in Ruhe an:
Das Video wurde im Rahmen einer Semesterarbeit an der Filmakademie Baden-Würtemberg produziert. Die Macher sind Johannes Jancke (Filmproduktion), Gabriel Borgetto (Regie), Denise Neustadt (Filmproduktion) und Adrian Langenbach (Kamera). Es handelt sich bei dem Video also nicht um eine offizielle Kampagne von RITTER SPORT.
RITTER SPORT war aber über die Produktion von Anfang an informiert, hat den Studenten freie Hand beim Dreh gelassen und sie lediglich mit Schokolade unterstützt.
Im Hause RITTER SPORT war man wirklich begeistert vom Endergebnis und dem Humor der Produzenten. Weil wir noch genauer wissen wollten wie Idee zum Film entstanden ist, haben wir die Macher dazu interviewt und ausführliche sowie spannende Antworten bekommen, die wir euch nicht vorenthalten möchten.
Den Anfang unserer Interview-Serie macht der Regisseur Gabriel Borgetto. Viel Spaß beim Lesen.
Stell dich doch bitte erstmal kurz vor.
Ich heiße Gabriel Borgetto, bin ’82 in Frankfurt a.M. geboren und in Darmstadt aufgewachsen. Lustiger Weise habe ich in meiner Kindheit eigentlich bis hin zum Abitur fast gar kein Fernsehen geschaut und im Kino bin ich auch selten gewesen. Fotografie hat mich allerdings schon damals fasziniert. Erst nach der Schule wurde mir klar, dass ich auf jeden Fall etwas kreatives studieren möchte. Ich wurde dann glücklicher Weise direkt von der Hochschule Darmstadt für einen Studiengang zugelassen, der damals noch “Media Production” hieß. Wir waren der erste Jahrgang eines englischsprachiger Studiengangs in Kooperation mit dem Cork Institute of Technology in Irland. Dort habe ich dann auch meine Liebe zum filmischen Erzählen entdeckt und meine ersten zwei Kurzfilme gedreht. Nach dem Studium bin ich dann nach München gezogen und habe als TV Producer, Cutter und Kameramann mein erstes Geld verdient. Mir war dann erstmal wichtig, möglichst viele Erfahrungen zu sammeln. Den Plan, dann mit diesem Wissen noch mal so richtig Regie zu studieren hatte ich dann damals schon schnell gefasst.
Erzähl uns doch etwas über euer Studium? Den ganzen Tag Filme drehen, dass klingt und ist wahrscheinlich extrem spannend
An welchen Projekten arbeitet ihr aktuell?
Naja, das denkt man als Außenstehender immer erstmal. Wenn man dann allerdings mal etwas mehr Zeit in einer Produktion verbracht hat, sagen die Meisten: “Mannomann – ist das aber langweilig”. Man muss das schon sehr wollen, geduldig bleiben und es als das akzeptieren, was es am Ende auch ist: ein riesen Berg Arbeit.
Dieses Semester arbeite ich an zwei Filmen, die beide kurz vor der Fertigstellung stehen. In dem Kurzfilm-Epos “Studies On Hysteria” geht es um Adam, Bewohner eines Dorfes im 18. Jahrhundert, in dem Kleidung schlichtweg noch nicht erfunden wurde. Eines Tages entdeckt er eine Jeanshose im Wald, findet heraus, wie man sie benutzt und marschiert stolzer Brust damit durch das Dorf. Unverhofft reagieren die Dorfbewohner hysterisch und die Sache geht nicht gut aus – weder für Adam, noch für die Hose. Ein kritischer Blick auf die Macht der Masse und die Möglichkeiten, diese zu manipulieren.
Der andere Film ist eine Koproduktion mit SWR/ARTE. In dem Fantasywestern “Rauchzeichen” geht es um ein kleines achtjähriges Mädchen, das sich wegen ihres alkoholsüchtigen Vaters in eine Fantasiewelt flüchtet. Ihr bester Freund ist Häuptling Feuervogel, ein inzwischen etwas in die Jahre gekommener Zigarettenautomat, bei dem sie immer die Zigaretten für ihren Vater holen muss. Die Geschichte versteht sich als Parabel auf das moderne Leben, in dem wir doch nur allzu gerne mal den Sinn für das Wesentliche verlieren.
Wie kamt ihr auf RITTER SPORT und die Idee zum Film? Was machte die Marke interessant für euch?
Tatsächlich hatte ich schon mal vor Jahren eine Idee für eine RITTER SPORT Werbung, die ich an dieser Stelle allerdings nicht verraten werde
Während meines ersten Studiums habe ich mir hier und da etwas Geld mit Corporate Design verdient und achte seitdem sehr auf Werbeclaims und Firmenlogos. Ich fand es einfach so herrlich absurd, eine Schokolade mit einem Quadrat zu bewerben. Dass da tatsächlich eine Entstehungsgeschichte dahinter steckt, war mir zu diesem Zeitpunkt gar nicht bewusst. Ich bin dann bei meiner Recherche allerdings sehr schnell darauf gestoßen und habe auch vom Museum Ritter mit der quadratischen Kunst gelesen. Je mehr ich über die Firmenphilosophie von Herrn Ritter erfahren habe, desto sympathischer wurde mir das Unternehmen. Ein bescheidenes Familienunternehmen, dass sich darauf konzentriert, einfach gute Schokolade zu produzieren. Um ein gutes Produkt zu vertreiben braucht es eben nicht immer das milliardenschwere Börsenunternehmen – im Gegenteil. Da fällt es dann auch nicht schwer, dafür eine ehrliche und sympathische Werbung zu entwickeln. Besser noch: es kommt von Herzen.
Wie lange habt ihr produziert und wie viele Menschen waren daran beteiligt?
Die Stoffentwicklung beginnt nach den ersten Wochen des Semesters und bis zur Präsentation vergehen dann noch ca. vier Monate. Generell haben wir im Studium mehr Zeit als bei einem realen Auftrag üblich ist, allerdings glaube ich, dass Kunde und Agentur sich normalerweise sehr viel länger mit der Konzeption beschäftigen. Als ich wusste, dass ich was für RITTER SPORT machen möchte, ging das bei mir dann sehr schnell. Innerhalb von zwei Tagen hat das Konzept gestanden. Was natürlich unheimlich viel Zeit frisst ist die Tatsache, dass man nur sehr wenig Budget zur Verfügung hat und somit viele Dinge selbst in die Hand nehmen muss. Das ist auf der einen Seite eine sehr schöne und auch nützliche Erfahrung, auf der anderen stößt man da auch sehr schnell mal an seine Grenzen.
Im Video nehmt ihr Werbung gekonnt auf die Schippe. Sollte sich eurer Meinung nach etwas in der deutschen Werbelandschaft ändern und wenn ja, was?
Tendentiell kann man festhalten, dass Deutsche Werbung für meinen Geschmack oft zu sachlich ist und eine ordentliche Portion Esprit, Emotion und Poetik vermissen lässt. Man traut sich auch sehr wenig. Die Konsequenz daraus ist meistens ein völlig austauschbarer Clip, der weder provoziert, noch etwas erzählt, was mir nicht zwanzig andere Werbungen aus selbiger Sparte auch schon erzählt haben.
Die Werbung, in denen sich ein Produkt als das tollste, beste Objekt der Begierde darstellt, finde ich weder innovativ noch zeitgemäß. Wer glaubt denn inzwischen noch, was die Werbung uns erzählt? Ich für meinen Teil bezweifle sehr die Existenz von Deo-Aktivionen, die herausragende Wirkung von Intelligence Plus Power Weiss Gel oder Salti schlagenden Milchsäurekulturen. Ich finde, Werbung darf ehrlich sein. Das macht sie mirsympathisch. Das heißt jetzt natürlich nicht, dass man sich ständig über die gesamte Werbebranche lustig machen muss, das geht auch anders. In dem Spot hat es nur so schön gepasst, und ein Quäntchen Wahrheit steckt ja dann doch in jedem Witz.
Am meisten Spaß bereiten mir Branded Shorts und crossmediale/interaktive Kampagnen.
Ich finde auch, dass man auf diesem Weg den Leuten einen tatsächliche Bereicherung bieten kann. Mal sehen, wie es damit im Internet jetzt weiter geht. Ich persönlich bin ein großer Fan von Phantastik, Poesie und einer ordentlichen Portion humorvoller Absurdität – egal in welchem Medium. Hornbach macht das zum Beispiel sehr gut.
Ein Sprecher im Video hat eine sehr bekannte Stimme. Helft uns auf die Sprünge: Welchen Schauspielern leiht der Sprecher ansonsten seine Stimme? Und wie gewinnt man solche bekannteren Persönlichkeiten für seine Arbeit?
Tatsächlich dachte ich mir, dass Manfred Lehman als die Synchronstimme von Bruce Willis einen schönen Schlussakzent setzen würde. Das war dann auch die Richtung, in die ich gehen wollte. Allerdings war mir auch klar, dass diese Stimme schon mit anderen Marken in Verbindung gebracht wird. Thorsten Münchow, den ich letzendlich genommen habe, sollte ähnlich klingen, aber nicht gleich. Der Unterschied ist wie man jetzt sieht, sehr marginal ausgefallen. Aber eigentlich ist das auch gut so.
In welchen Bereichen willst du später arbeiten?
Als Regisseur und Autor in Kurzfilm und Werbung. Ein Buch würde ich auch gerne mal schreiben. Ich habe ja auch schon viel als Cutter gearbeitet und schneide immernoch sehr viele meiner Arbeiten selbst. Den Job möchte ich inzwischen allerdings nicht mehr hauptberuflich ausüben. Ob ich mich jemals mit Spielfilm anfreunden kann, wird sich zeigen. Im Moment bin ich für solch lange Projekte noch etwas zu sprunghaft.
Deine persönliche Lieblingssorte?
Weiße Vollnuss, Rum Trauben Nuss und der 100 Jahre Edel-Nuss Mix.
Im Namen von RITTER SPORT: Vielen Dank für das Interview! Und vielen, vielen Dank für den Film!!!
In den nächsten Tagen werden wir auch noch die Interviews mit Johannes Jancke (Filmproduktion) und Denise Neustadt (Filmproduktion) veröffentlichen. Alle zusammen haben wirklich ein super Video produziert und da interessiert uns natürlich die Sichtweisen alle Hauptprotagonisten.
Was uns aber auch brennend interessiert liebe Blog-Leser ist natürlich wie ihr den Film findet?
Gefällt er euch?
Viele Grüße
Ben

5 Kommentare zu “RITTER SPORT – Rund. Bunt. Lecker. Was dahinter steckt.”
KommentierenStefan sagt
Na der Blogeintrag ist mal eine “runde” Sache
AntwortenStefan sagt
Wie ich schon beim Botschafter-Treffen in Hamburg sagte: Der Spot ist fantastisch. Dass die Macher schon etwas mehr Erfahrung von vor dem Studium haben, merkt man auf jeden Fall, denn wenn schon im zweiten Studienjahr so tolle Filme entstehen, wie soll dann eine Masterarbeit oder die Arbeit nach dem Studium erst aussehen! Auf jeden Fall Respekt und Gratulation zu dem sehr witzigen Spot!
AntwortenTarek sagt
Muhahaha. Aber rund wäre doch mal der Gag überhaupt für eure Tafeln. Also ne Limited Edition
Antwortenkatjanka sagt
Sehr geiler Film. Wir sind hier alle immer noch begeistert!
AntwortenRunde Ritter Sport? Oder: Rund ist das neue Quadratisch! - Schokoladentafeln selber machen: Runde Ritter Sport? Oder: Rund ist das neue Quadratisch! | Schokoladentafel.com sagt
[...] hat, zeigt sie nun erneut, dass sie eine gehörige Portion Humor und Selbstironie hat. Ritter Sport unterstützt und featured prominent das Video einiger Filmstudenten, obwohl es sich beim Video nicht um eine Kampagne von Ritter Sport [...]
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